Soziopod #046: Was ist das für 1 Luhmann?

Mehr zum Soziopod, unserem Buch und die kommenden Live-Veranstaltungen findest du auf http://soziopod.de

20 Comments

  1. Ich plädiere für die Aufnahme des Begriffs “Analogiekritik” in den Duden 😀 Als Beschreibung für eine Argumentation, die nicht das Gedankenkonstrukt oder die Theorie selbst sondern die mehr oder weniger spontan gewählte Analogie als Hauptgegenstand der Kritik auswählt. Ich hoffe, die kleine Spitze sei erlaubt – weiter so, danke für ein tolles Format! Endlich wurde mal Luhmann so heruntergebrochen erklärt, dass ich jetzt ein wenig mehr meine verstanden zu haben, wovon die Luhmannianer bisweilen so sprechen.

  2. Grandiose Folge! Der Soziopod, wie ich ihn kennen- und schätzen gelernt habe. Luhmann in 90 Minuten, sodass man ihn auch noch versteht – das muss man erst einmal hinbekommen. Toll auch, wie die Anknüpfung zu Parsons gelungen ist.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr euch wieder mehr diesen Grundsatzthemen widmen würdet. Zu beackern gäbe es noch eine Menge: die Theorien zu Kapitalismus und Säkularisierung von Max Weber, Nietzsche und das ganze Zeitalter der Dekadenz, verschiedene utopische Gesellschaftsentwürfe, Philosophien zu Kunst und Ästhetik, Lerntheorien, etc.

    Ist wahrscheinlich etwas mehr Vorbereitungsaufwand, das verstehe ich. Aber eben auch besonders gewinnbringend.

  3. Puddingpulver Reply

    Super Folge. Musste die Folge mehrmals hören, da ich beim ersten mal nicht alles mitbekommen habe und genau so muss es auch sein im Soziopod.

    Macht weiter so….

  4. Dunkelziffer Reply

    Besten Dank, die Folge war ein echte Glanzleistung!
    Auch ich hätte gern noch mehr solcher Grunsatzthemen von Euch. Hier nimmt man als halbwissender Hörer am meisten mit.
    Ansonsten: Bleibt weiter klug charmant und witzig! Dem Herrn Dr. wünsche ich ein gute Reise und einen friedlichen Aufenthalt in Südkorea.

  5. Unter welchem Namen kam das Buch von Hans Joas zu Luhmann raus?

    • Hallo,
      das Buch heißt “Sozialtheorie”. Joas hat es mit Wolfgang Knöbel zusammen geschrieben, es ist bei Suhrkamp erschienen. Eine sehr sehr gute Zusammenfassung. Darin habe ich übrigens auch das scheinbar irritierende Wort ‘evoluieren’ gefunden.

  6. Gute Folge. Ein Vorschlag: Bietet doch eine Art Timemap an, damit man bestimmte Abschnitte beim Hören oder Wiederhören gezielt ansteuern kann (wenn man z.B. die Einleitung überspringen möchte und gleich zum Eingemachten will, ab 12’50). Und: Es heißt übrigens evolvieren nicht evoluieren. Die innere Klugscheißerin in mir ist da mehrfach zusammengezuckt beim Hören. 😉

  7. Drogen verhalten sich also so wie der “Passierschein A 38” im Körper?

  8. U. Ebersicht Reply

    Hallo, es wäre sehr praktisch, wenn ihr zu den Folgen eine kurze Beschreibung tippen könntet. Die Titel allein sind wenig aussagekräftig. Noch besser wären natürlich Kapitelmarken, wie Effi bereits angemerkt hat.

    • Herr Breitenbach Reply

      Ja, das wäre praktisch. Wenn das jemand schreibt, tragen wir das gerne entsprechend ein.

  9. Peter Strotmann Reply

    Den Informatiker und Programmierer beschäftigen Betriebssysteme, Datenbanksysteme und Anwendungssysteme. Fallen die auch unter Luhmann’s Systemtheorie? Diese Systeme leben jedenfalls ohne Einfluss der Autoren weiter, eventuell betreut von neuen Autoren oder sogar ganz für sich alleine.
    Die Anwendungssysteme, an denen ich mitgewirkt habe, laufen nach meiner Pensionierung immer noch.
    Interventionen sind auch bei den vorgenannten Systemen problematisch, man kann nie in allen Konsequenzen voraussagen, welchen Einfluss eine Intervention (Programmänderung) hat. Soweit ist die Informatikdisziplin Programmverifikation einfach noch nicht. Aber man ist in der komfortablen Situation, Systeme ausserhalb der produktiven life-Umgebung nach guter Popperscher Methodik durch Tests zu falsifizieren und danach wieder in veränderter Form life zu stellen.

    Falls ich mit diese Anmerkung off topic bin, bitte um kritischen DIskurs.

    Peter Strotmann, Dortmund
    pensionierter Informatiker und ab WS 2016 Philosophiestudent an der FU Hagen

    • Peter Strotmann Reply

      noch eine eigene Anmerkung. Zum Anwendungssystem gehören natürlich auch die Anwender, deren Reaktion auf eine Intervention eventuell unvorhersehbar ist. Ich habe vor 30 Jahren einmal ein solches System um eine Suchfunktion erweitert, die so gut ankam, dass sie den Rechner fast in die Knie zwang, mit entsprechenden Auswirkungen auf alle anderen Systeme auf dem Rechner. Dann hatten wir ein Dilemma, Rückbau ging nicht (Besitzstandswahrung). Neuer Rechner noch nicht lieferbar. Ich habe dann die Suchfunktion noch etwas optimieren können, sodass wir über die Wartezeit kamen.
      Aber merke Hauptsatz der Informatik: ‘Nich am System packen’. Luhmann sagt: Man kennt die Konsequenzen nicht.

      • Das wird eventuell eine etwas unbefriedigende Antwort sein, aber ich glaube dass die Systemtheorie von Luhmann wenig fruchtbar ist um technische Systeme wie Algorithmen näher zu beschreiben. Womöglich ließen sich Irritationen schon als Eingabe interpretieren und die Reaktion als Ausgabe. Einzige Gemeinsamkeit wäre, dass man in beiden Fällen von System spricht.
        Passender wäre, meiner Meinung nach, wenn man sich Computern mit der mathematischen Systemtheorie (insbesondere “Theorie komplexer Systeme”) nähert. Hier ist es unter anderem Gegenstand das System als Black Box aufzulösen. Weil im Gegensatz zu Gesellschaft kann man Algorithmen ohne viel Aufwand mit Eingaben beliefern und die Ausgaben dazu analysieren. In gewisser Hinsicht kann man diese tatsächlich nur falsifizieren. (Randnotiz: Es ist sogar bekannt, dass das so bleiben wird. Es ist aus logischer Sicht nicht möglich Algorithmen auf Richtigkeit zu prüfen.) Außer die Menge der Elemente der Eingabe (bspw. endlich viele Eingabewerte) oder die Annahmen an das System (bspw. lineares System) lassen anderes zu. Es ist auch entscheidend das zur Beschreibung eines Systems zwei Dinge von Eingabe, System und Ausgabe fest sein müssen. Eine von dir angesprochene Programmänderung würde das System ändern und demnach ohne Frage andere Ausgabewerte liefern. Auch sind Algorithmen bekannt und notwendig, die auf leichte Variation der Eingabe-Werte mit extremer Variation der Ausgabe-Werte reagieren (Stichwort: Hash-Algorithmen).
        Den Punkt mit Interventionen und Anwendenden musst du genauer erklären. Du sagst, dass Interventionen Programmänderungen seien. Allerdings sind die Anwender und Anwenderinnen in fast allen Fällen nicht berechtigt das Programm zu verändern. Und wieso nicht am System packen? Gerade das Beispiel einer Suchfunktion zeigt doch eindrücklich, dass es dutzende Algorithmen gibt für verschiedene Situationen geeigneter sind?

  10. Yannik Lange Reply

    Hey verkauft mal Tassen ^^
    Und so wie ich das verstanden habe hat Luhmannes immer abgelehnt irgendeine Agenda aus seiner Theorie abzuleiten
    Und “Analogiekritik” gefällt mir auch 😉
    LG aus Wien
    Kommt doch mal hierher ich würde das ganze Institut dahin zwingen 😀

  11. Super Folge, vielen Dank! Ein gutes Gegengewicht gegen meine aktuelle Honneth-Lektüre.

    Eine Frage zu Luhmanns Theorie, die mir während des Hören Probleme bereitet hat: Wie verhalten sich laut Luhmann Systeme und Subsysteme? Wie sind Systeme ineinander “genested”, verschachtelt, und wie ist deren Funktionsverhältnis – das Umwelt/innere operative Geschlossenheitprinzip kann hier ja nicht recht aufgehen.

    Merci
    Francisco

  12. Hallo,
    vielen Dank für die wunderbare Einführung. Ich lese gerade im vierten Anlauf “soziale Systeme” und es sieht so aus, als hätte ich dieses Mal nicht nur die Zeit, sondern auch die Muße, das Buch durch zu ackern.
    Ich wünsche euch/uns eine volle Hütte in Berlin, ich werde auch da sein.
    Jakob
    PS: Foucault wär super!

  13. Female Quixote Reply

    Hallo ihr beiden ,

    ihr seit echt ein tolles Podcast Team….vorallem so menschlich klingend …. Herr Breitenbach ist jedenfalls cooler wie Sascha Lobo !! Und auch der Herr Professor ist nen coolen Prof 🙂

Reply To Francisco Cancel Reply

Navigate