Soziopod Lernen Lernen Lernen #002 mit Dejan Mihajlović über zeitgemäße Bildung

  • Soziopod Lernen Lernen Lernen #002 mit Dejan Mihajlović über zeitgemäße Bildung

    In der zweiten Ausgabe von Lernen Lernen Lernen spricht Herr Breitenbach mit Dejan Mihajlović über zeitgemäße (statt digitale) Bildung, Barcamps als Lernformat, EduScrum, das Schulsystem und den digitalen Wandel.


    Dejan Mihajlović unterrichet Chemie, Geschichte, Mathematik und Ethik an der Pestalozzi Realschule. Zusätzlich arbeitet er in Freiburg als SMV BAG-Leiter und Fachberater für Schul- und Unterrichtsentwicklung beim Staatlichen Schulamt und als SMV-Beauftragter beim Regierungspräsidium. Seit Februar 2018 ist er Multiplikator der Fortbildungsoffensive Digitalisierung an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen des Kultusministeriums Baden-Württemberg. Zum Themenbereich zeitgemäße Bildung im digitalen Wandel arbeitet er als Kolumnist für das change-Magazin und das Deutsche Schulportal.

  • Eine tolle zweite Folge von "Lernen Lernen Lernen". Mir gefällt das Format sehr gut bis jetzt. Großes Lob und Applaus an Herrn Breitenbach! :) Auch den Gast Herrn Mihajlović emfpand ich als sehr angenehm. Man konnte gut zuhören und es gab sehr interessante, differenzierte und aus verschiedenen Perspektiven betrachtete Anregungen und Einblicke.



    Viele Anregungen zu verschiedenen Themen, wie man lernen auch anders angehen kann und welche Mechanismen dahinter stehen.
    An dieser Folge hat mir besonders gefallen, dass herausgearbeitet wurde, dass lernen niemals aufhört und man sich diesen Themen auch in jedem Alter stellen sollte. Und auch das digitale Inhalte oder Gerätenutzung allein noch keine andere Prozesse und Mechanismen bringt, wie Dinge funktionieren. Ich glaube das gilt nicht nur für den Bildungsbereich, sondern auch für viele andere Bereiche. Ich komme beispielsweise aus dem Feld PR und Marketing und da kann man das in Teilen auch beobachten, wobei es auch positive Beispiele gibt und diese Branche natürlich recht nah an neuen Entwicklungen und digitalen Input ist. Aber auch hier wird viel auf "alte Art und Weise" gemacht nur mit neuen Plattformen und Geräten. Was ja aber auch nicht immer falsch sein muss, es kommt auf die konkrete Begebenheit an, denke ich und was man genau erreichen möchte.

    Bleibt zu hoffen, dass sich Schulen und auch Universitäten in den nächsten Jahren für ein paar mehr alternative Lernwege öffnen. Wahrscheinlich kann nicht das ganze System umgestellt werden, aber wenn man beispielsweise in jedem Schuljahr eine Woche oder zwei Wochen als Projektwochen deklariert, die dann beispielsweise so wie das Barcamp ablaufen oder halt anders als der normale Unterricht und mit den entsprechenden Eigenschaften, wie dass sich Schüler die Themen aussuchen und das ganze mehr auf Augenhöhe passiert etc. dann wäre schon einiges gewonnen. Das könnte die Beteiligten näher bringen und gegenseitiges Verständnis fördern. Auch das oft deklarierte Problem, dass Schule nicht immer sehr alltagsnah für das spätere Leben ist, kann man in diesen Wochen vielleicht mehr auflösen und wenigstens da mehr Raum für entsprechende Themen geben.

    Ich werde bald Onkel und auch wenn es natürlich noch was dauert, bin ich mal gespannt wie mein Neffe so seinen Weg durch die Bildungsinstitutionen geht und was sich bis dahin (auch im Vergleich zu meiner eigenen Kindergarten- / Schul- / Universitäts- zeit) noch ändert und sich entwickelt. Wird auf jeden Fall interessant sein zu beobachten. Gerade auch mit dem Hintergrund des digitalen Zeitalters und was alles damit zusammenhängt. Wobei natürlich auch immer viel vom Bundesland und von der konkreten Institution abhängt. Die Erfahrungen die man machen kann divergieren sicherlich sehr stark.

  • Guten Tag alle miteinander und Glückwunsch zum neuen Format.

    Entschuldigung dafür, dass ich nun zur älteren Folge noch einen Kommentar habe, aber ich habe sie erst jetzt angehört. Die zahlreichen Ideen und Impulse sind Klasse und es ist schön zu hören, dass hier ein Umdenken stattfindet.


    Nur eine Kleinigkeit stört mich etwas: In Ihrer Diskussion geht es auch um Scrum und dessen Implementierung im Schulumfeld. In dieser Folge werden die Begriffe "Scrum", "EduScrum", etc. meines Erachtens nach recht unscharf verwendet. Ich arbeite als Scrum Master in einem Wirtschaftsunternehmen. Ich denke, dass die Werte, die diesem Rahmenwerk zugrunde liegen, bereichernd für das gemeinsame Arbeiten und unser Zusammenleben sind. Gerade deshalb ist es wichtig in der alltäglichen Arbeit immer wieder diese Werte (Selbstverpflichtung, Mut, Fokus, Offenheit und Respekt) hochzuhalten und sein Verhalten in Bezug auf diese zu reflektieren. Leider besteht eine beständige Gefahr, dass die Methode "verwässert" wird. Daher ist es mein Wunsch, dass nicht von Scrum gesprochen wird, wo eigentlich kein Scrum umgesetzt wird. Bereits Ron Jeffries, (Mit-)Author des Agilen Manifests schieb: "Does it work for you? Then use it, but do not call it Scrum…" Für alle Scrum Master und Agilen Coaches ist es dann einfacher zu argumentieren, warum Dysfunktionen auftauchen, wenn Elemente weggelassen werden. ("Wir haben ein Auto ohne Motor gebaut und wundern uns, dass es nur bergab fährt.")


    Wohlgemerkt: Es geht mir nicht darum, eine ideologische Debatte zu führen, aber es spricht ja nichts dagegen, zu sagen "Wir setzen jetzt auch agile Elemente und Methoden ein (wie sie z.B. auch in Scrum verwendet werden)". Und das wäre mein Wunsch: Eine etwas vorsichtigere, (noch) differenziertere Formulierung, wenn es um Scrum geht.


    PS.: Nochmal Daumen hoch, auch die Folgen danach sind super!

  • ruefo Danke für deine Anmerkung. Ich kann das Argument 100% nachvollziehen. Die Wunsch nach Reinheit der Lehre :-)
    Nur ob das dann im Alltag praktikabel ist, wage ich zu bezweifeln. Mir sind schon sehr viele Methodiken und Formate über den Weg gelaufen und überall geschieht oder geschah das gleiche Phänomen: Jeder machte daraus was er wollte. Ob Design Thinking, Scrum, Open Space - you name it - Variationen finden da einfach statt. Was ja im Grunde auch gar nicht verkehrt ist, sonst gäbe es keine Weiterentwicklung. Ich schätze das liegt daran, dass es auch einfacher ist einen etablierteren Begriff zu nutzen anstatt etwas neu benanntes zu etablieren.

    Aber wie gesagt, ich kann den Wunsch vollkommen nachvollziehen :-)