Wandel der Vater-Kind-Beziehung: Weniger Angst, weniger Respekt? Stichwortsuche

  • Guten Abend liebe Schwarmintelligenz,


    ich bin aktuell auf der Suche nach dem richtigen Stichwort/Fachbegriff, da ich Folgendes griffig beschreiben möchte:


    Noch vor einigen Jahren war die Vaterfigur unantastbar, man hatte enormen Respekt und widersprach ihm darum nicht. Dieser Gehorsam ist heutzutage nicht mehr, in diesem Extrem, in Familien verankert. Wie nennt man diesen Wandel? Es will mir partout nicht einfallen, mein Soziologiestudium liegt allerdings auch schon einige Jahre zurück...


    Ich bedanke mich für jeden Input und wünsche euch noch ein wunderschönes Wochenende! :S

  • Hallo Annamarie,


    akademisch kann ich es nicht beschreiben... vielleicht helfen ein paar Begriffe weiter: Rolle, Rollenverständnis, Zuweisung, in dem Fall dann: Abkehr vom Rollenverständnis oder auch


    dann fällt mir noch ein:


    Kulturwandel, da Kultur = wenn sich mindestens zwei Personen in bestimmten Themen "fraglos übereinstimmen", Beispiel: in der westlichen Kultur begegnen wir uns in der Öffentlichkeit bekleidet, im direkten privaten Umfeld möglicherweise "selbstverständlich", fraglos, zeitweise unbekleidet


    VG und einen sonnigen Sonntag

    Thomas

    mein Entwicklungspfad: über die Thematik Nachhaltigkeit erkennend, das ist richtig, jedoch nicht die Basis

    Donella H. Meadows Buch "Die Grenzen des Denkens" entdeckt und verstanden das ist die Basis :)

    intensive Literaturstudie "komplexe Systeme" über die Kybernetik kommend, G.Bateson, HvFoerster und viele andere aufgesogen

    Übertragen erster Erkenntnisse in die tägliche Praxis

    Literaturstudie heutiger Wissenschaftler wie Hartmut Rosa, Armin Nassehi, Wolfram Lutterer, Maria Pruckner

    Soziopod entdeckt ;)

  • Spontan fiel mir der Begriff Emanzipation ein, in seinem ursprünglichen Sinn. Wobei er dann nicht individuell, sondern kulturübergreifend gesehen werden muss. Das passt mit dem bisher gesagten zusammen, finde ich. Allerdings, so rein gefühlt und aus eigener Erfahrung, nehme ich da noch einen anderen Aspekt wahr, den ich als Entfremdung bezeichnen würde. Der psychiatrische Begriff Parental Alienation (Eltern-Kind-Entfremdung) ist hier sicher nur eingeschränkt zu gebrauchen, weil er das eher individuell pathologisiert. Aber warum soll sich das nicht gedanklich auch auf Strukturen von Gesellschaft und Kultur übertragen lassen ?

  • Hallo

    Ich würd das wie bereits vor mir, auch als Emanzipation beschreiben oder auflösung starrer Rollenbilder und -Muster. Vielleicht wär hier Patriarchat noch so ein Schlagwort?

    Spannend an deinem Post finde ich aber mehr deine Frage im Titel, wie bewusst hast du das formuliert?


    'Weniger Angst, weniger Respekt?'


    Woher kommt dieser starke Glaube, dass Respekt mit Angst gekoppelt ist? Respekt bedeutet von der Wortherkunft Re - spekt ja nochmal (hin)schauen, wäre also genau das Gegenteil von Angst durch Macht(missbrauch) des Stärkeren.


    'Buhuu...und plötzlich klärte sich der Schleier und das Bewusstsein wurde wach' (ich mein damit nicht deins, sondern unser aller, als Gesellschaft, es sind grad grosse Dinge am tun, endlich.)

  • Guten Abend, ich würde das einfach mal als Fortschritt bezeichnen.

    Früher hat man Respekt mit Angst verwechselt, und viele Kinder hatten tatsächlich Angst vor ihrem Papa.

    Respekt ist etwas völlig anderes (wie "mat" vor mir schon schrieb).


    Ich würde sogar sagen, je weniger Angst desto mehr Respekt kann ich vor jemand haben.