"Wie der Körper zum Kultobjekt wurde."

  • „Körpergeschichte ist politische Geschichte, ist Geschichte von Arbeit, ist Geschichte von Ökonomie. Das sind drei Begriffe, die in sehr unterschiedliche Richtungen weisen.“


    "[...]Sagt die Historikerin Hannah Ahlheim, Professorin für Geschichte an der Universität Gießen. In ihrem gerade erschienenen Buch „Der Traum vom Schlaf“ hat sie beleuchtet, wie die Geschichte des Schlafs mit der Geschichte von Wissenschaft, Technik, Arbeit, Alltag und Krieg verknüpft ist. Körpergeschichte ist ein Spiegel der Zeitgeschichte."


    https://www.deutschlandfunk.de…m9KPiI8nv4MlmE18zH3W-FXHU

    "Man ist nie so lächerlich durch Eigenschaften, die man besitzt, als durch jene die man zu haben vorgibt."


    Jolan tru,

    Chris :whistling:

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  • Interessant! Wobei ich die Unterscheidung zwischen Fremdbestimmtheit und Selbstbestimmtheit als ziemlich wichtig empfinde. Viele in meiner Familie arbeiten z.B. im Schichtbetrieb, d.h. sie sind absolut fremdbestimmt uns zum Teil leidet Körper und Seele darunter immens (Vor allem der wechselnde Rhythmus). Ich achte mittlerweile sehr viel stärker auf meinen Körper und versuche ihn durch gesündere Nahrung, Bewegung etc. fitter zu halten. Mache ich das um produktiver zu sein? Sicherlich auch, aber ich merke zudem, dass es mir insgesamt wirklich viel besser damit geht (Schmerzfreiheit, Wohlbefinden etc.). Man sollte bei diesem Thema nicht wieder in das "Entweder Oder" fallen. Es unterliegt nicht alles ökonomischen Zwängen, aber eben sehr vieles. Der Mensch an sich ist meines Erachtens ein Arbeitstier oder anders formuliert ein produktives Wesen, dass mit seiner Arbeit Überleben sichern und zugleich aber Persönlichkeit entfalten und Kultur schaffen möchte. Die spannende Frage ist dabei: Für wen, zu welchem Preis und wie fremd- oder selbstbestimmt kann Mensch das tun?

    In diesem Zusammenhang übrigens auch spannend die Diskussion zu welcher Uhrzeit Schule eigentlich Sinn ergibt: https://www.sueddeutsche.de/po…stunde-schlaegt-1.3928028

    Und Michel Foucault hat sehr viel zum Thema Körper, Macht und Disziplinierung geschrieben. Das fand ich immer sehr anschaulich.

  • Höre schon eine Weile euren Podcast, komme aber erst jetzt dazu hier ins Forum zu schauen. Ich finde die Verbindung zum Körper auch sehr spannend und vor allem wichtig. Ich komme beruflich ursprünglich aus einem sehr körperbetonten Bereich: Med. techn. Assistentin, Trainerin im Fitnessbereich und Heilpraktikerin. Hatte mich dann entschlossen noch Soziale Arbeit zu studieren und war erstaunt, wie wenig doch der Körper für diese Arbeit genutzt und beachtet wird.

    In einem Referat über die Entwicklung des Frauensports habe ich v. a. den Macht-Wissen-Komplex von Foucault "untergebracht". In meiner Bachelorarbeit "Aspekte von Sport als gesellschaftlich notwendiges Handlungsfeld der Sozialen Arbeit" habe ich mit Foucault, Bourdieu und Elias argumentiert und versucht den Körper als Ressource zur Lösung von einigen Problemen die in den Bereich der Sozialen Arbeit fallen zu nutzen.

    Robert Gugutzer hat dazu auch einiges veröffentlicht.