Soziopod: Jahresrückblick 2018

  • Das sehe ich anders. Meine Generation ist doch eher politikfern, die davor wurde mit dem Marsch durch die Institutionen zum Arsch derselben und die nachfolgenden resignieren angesichts der Übermacht der alten Säck*Innen im politischen Geschehen, sind aber auch wiederum nicht alle inaktiv.

    Das Problem ist, dass heute mehrheitlich Leute aus der Boomer-Generation politische Mandate bekleiden und die Wählerschaft über dem Alter von 40, fast drei Viertel der Wahlberechtigten stellt.

    Das führt zu einer Klientelpolitik für diejenigen ab 40, siehe die Wahlgeschenke an die Rentner. Von eben jenen ab 40, haben auch viele erschreckende Ansichten über Wohlstand. Ich habe zum Beispiel schon gehört, dass sich ein Rentner mit 1400€ Rente und einem abbezahlten Haus als arm bezeichnet.

    Es traut sich von den etablierten keiner mal klarzustellen, dass für die Reichen jetzt Payback angesagt sein muss. Die Privatvermögen haben sich seit 1990 auf 10 Billionen€ vervierfacht, Immobilien noch gar nicht gerechnet! (Quelle: https://crp-infotec.de/deutsch…tvermoegen-vermoegnsberg/)

    Wenn wir da mal 2 Billionen von zur Schuldentigung hernehmen, bleibt immer noch reichlich für die Besitzenden.


    Um diese Gesellschaft für die Zukunft fit zu machen, müßten sich die jungen Leute überproportional an der Politik beteiligen und die älteren den Blick auf die Zukunft der ihnen nachfolgenden richten.

  • derwestermann Ich habe einfach grundsätzlich ein Problem mit Begriffen wie "die Generation" oder "die Jugend". Es ist ein persönliches Empfinden, was dann pauschalisiert wird und am Ende nichts anderes ist als eine Zuschreibung und Vereinfachung der Komplexität. Das bringt vor allem denjenigen nichts, die tatsächlich in diesem Alter politisch aktiv sind und die anderen wird es doch auch nicht aufrütteln.

    Aber rein statistisch gesehen gebe ich dir Recht: "Die Alten" haben nominal die bessere Lobby, aber auch das entbindet sie ja nicht davon zukunfts- und enkelfähige Politik zu machen. Ganz im Gegenteil, eben weil sie so viel Macht haben.

    Zitat


    „Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten“

    ca. 1000 v. Chr., Babylonische Tontafel

  • Aber rein statistisch gesehen gebe ich dir Recht: "Die Alten" haben nominal die bessere Lobby, aber auch das entbindet sie ja nicht davon zukunfts- und enkelfähige Politik zu machen. Ganz im Gegenteil, eben weil sie so viel Macht haben.

    Macht impliziert leider nicht logisch, dass sie im Sinne aller genutzt wird, darum haben wir ja die Demokratie und vor allem die Gewaltenteilung entwickelt. Wären die Menschen nicht für den Umweltschutz auf die Strasse gegangen und hätten nicht die Grünen gegründet, wir hätten heute noch nicht mal ein Umweltministerium.