Flucht vor sich selbst im Zeitalter der Smart Phones

  • Das finde ich gerade im Hinblick auf das Individuum interessant, weil ein von der Gesellschaft losgelöstes Individuum nicht der Fall ist.

    Natürlich kann ich als Individuum mich nicht aus der Gesellschaft und Ihren Wertvorstellungen lösen und die Gesellschaft in der ich lebe hat immer einen sehr starken Einfluss auf mich, ob ich das will oder nicht. Da hast Du natürlich völlig recht, und dieser Aspekt ist hoch interessant!


    Mir geht es aber zu erst einmal darum, das dieses äußerliche „Nichtstun“, also im Sinne der Kontemplation, Meditation, (siehe Erich Fromm) für das Individuum wichtig ist um sich selbst zu erkennen und sich dann entfalten zu können. Was selbstverständlich dann, meiner Ansicht nach, auch wieder für die Gesellschaft von Nutzen ist. Das hat man sehr lange auch in unserer Kultur so gesehen.


    Der Gesellschaftliche Einfluss kommt natürlich spätestens dann zum tragen wenn ein solches Verhalten in der einen Kultur hoch angesehen ist während es in der anderen Kultur auf Unverständnis stößt. In einer ablehnenden Gesellschaft muss also jemand wesentlich größere Hürden überwinden und sein verhalten erklären, wenn er sich der Kontemplation widmen möchte.


    Hierzu fällt mir eine persönliche Geschichte zu dem Thema Meditation ein. Vor Jahren hatte ich im Rahmen einer Zen-Meditation eine sehr angenehme Erfahrung. Mir hat das sehr geholfen im Sinne der Selbsterkenntnis auf dem Weg zur Entfaltung. Als ich einem Freund davon erzählte, eben in diesem Geiste, erwiderte er „Oh ja das kenne ich auch, das ist sehr schön, dann kann ich auf der Arbeit wieder richtig loslegen!“ Bei Ihm liegt der Fokus also auf der Effizienzsteigerung. Somit können wir das „Nichtstun“ auch im Hinblick auf den erwünschten Nutzen betrachten. Oder sollte es keinen Nutzen haben?


    - Wenn zwei das gleich tun ist es noch lange nicht das selbe! -

  • Meine Eltern hatten mal einen Sammelband der "Gartenlaube", das war Ende des 19ten Jahrhunderts so was wie "Bunte" vor zwanzig Jahren, oder gibt's die noch, die "Bunte"?

    Jedenfalls gab es darin, in der "Gartenlaube" eine Fortsetzungsgeschichte über ein Mehrfamilienhaus in welchem unter anderem die Familie eines Stehkragenproletariers und eine alleinstehende Künstlerin lebten. Letztere pflegte sich despektierlich darüber zu äußern, dass die Kinder vorgenannter Familie lieber zu lesen pflegten, als sich draußen an der frischen Luft in mancherlei Dingen zu ergehen.

    Es würden manche vor Glück heulen, wenn die Blagen des Lesens heute überhaupt kundig wären. Zumindest in einem Maße, dass man auf der Wiese über Kinder stolperte, die gerade einen Karl May, oder eine Enid Blyton läsen.