Konstruktivismus und der Umgang mit Sprache

  • ja das sehe ich auch in dem sinne -> man weiss nicht ob der widerstand von der umwelt kommt oder ob ich den widerstand erzeuge.


    dann stellst du aber das ganze zeug in frage das da draussen wäre.

    also es könnte auch einfach garnix da draussen sein.

    also könnte ich ja doch durch die wand gehen aber mein gehirn sagt mir halt irgendwie das da ein widerstand ist.

    oder vielleicht häng ich grad mit bigfoot und reptiloiden auf der couch ab aber mein gehirn sagt mir das ich grad am computer sitze und komische antworten schreibe.

    vielleicht gibt es dich ja auch garnicht. usw....


    warum soll man das annehmen?

    dann kann ich auch einfach aufgeben über irgendwas nachzudenken.

    oder was sehe ich hier nicht?


    lg






    ps:


    oder du meinst das der wahrnehmungsapperat quasi das ganze verändert (wie ein filter).... läuft aber auch auf das argument hinaus


    andererseits macht es auch wieder kein unterschied....


    es gibt eben etwas das nicht in der eigenen macht liegt die konstrukte zu verändern und etwas das die konstrukte determiniert .... ob es die umwelt ist oder mein wahnehmungsapperat.... ich kann dann nur noch zweifeln ob er die gegebenheiten konsistent immer wieder so herstellt, oder ob er mir morgen dann plötzlich zeigt das ich doch durch das zeug gehen kann.

  • Das ist mir zu solipsistisch. Wir kommen nicht durch Wände. Ich sehe da auch keinen selbst erzeugten Widerstand. Die Empirie sagt, lauf gegen eine Wand und es macht Bum. Das ändert nichts daran, dass die Beschreibung des Phänomens nur über Konstruktionen möglich ist. Auch die Konstruktionen umzudeuten ändert nichts. Klar, du kannst "durchgehen" einfach als "drübersteigen" erklären. Philosophisch ist das alles bereits durchdacht. Jede unserer Fragen hier könnte über Lektüre beantwortet werden. Dauert nur mit dem Lesen.

  • ey klau mir nicht mein argument, du warst eben noch eher auf der seite des solepsimus.

    ok ich seh schon du hast kein bock mehr.

    ich dachte soziopod ist für "primitive" leute wie mich die nicht unbedingt das ganze studiert haben und zeit zu lesen, aber dann geb ichs jetzt auch auf.


    trozdem danke

  • Achso, Sozialkonstruktivismus ist nochmal ne soziologische Abwandlung des philosophischen Konstruktivismus. Insgesamt auch besser nachvollziehbar. "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" von Berger/Luckmannist da das Standardwerk. Soziale Konstruktionen sind demnach institutionalisierte Handlungen, die den Akteuren als Realität entgegentreten. Das hieße dann, man kann vor ihnen nicht weglaufen, sie nicht einfach wegkonstruieren, aber Konstrukte sind sie trotzdem.

  • das ist intressant, vielleicht werde ich das mal lesen, ich hab davon auch schon gehört.

    wären soziale konstrukte dann sowas wie "geld", "nationale grenzen" evtl auch "soziale rollen" ?

    spontan geplappert würde ich dem zustimmen das man als individum dem "ausgesetzt" ist, aber ich denke mit dem hinweis darauf das es ein konstrukt ist das von menschen gemacht ist hat man ein gutes argument dem politisch entgegenzutreten insofern man nicht einverstanden ist. weil es ja kontingent ist wie jedes soziale konstrukt, also gehört es wohl zu der art von realität die man ändern könnte. also ich sehe schon worauf du mich hier bringst.

    wenn man das realität nennt dann ist es eine änderbare realität.

    man kann zwar aufhören an geld zu glauben aber es geht nicht weg..... erst wenn alle "mächtigen" aufhören daran zu glauben.

  • z.B. wirkt ein Euro nur dadurch, dass alle an ihn glauben und diese Wirkung ist real. Eine Axt im Schädel wirkt auch, ohne dass wir daran glauben (naja, bzw. müssen wir ja dann dran glauben. Es ließe sich auch nicht sagen, die Akst sei nur in deinem Kopf, obwohl sie genau dort ja steckt). In beiden Fällen kann ich durch meine Wahrnehmungsänderung individuell an diesen Realitäten nix ändern. Zumindest, solange ich halbwegs empirisch unterwegs bin.


  • ^^^^^^^^ ja genau!


    im prinzip ist das genau das problem was ich hier versuche zu formulieren.

    es gibt scheinbar diese beiden fälle, wenn wir nicht solepsistisch sein wollen.


    -bei dem Axt-case weiss ich das ich es absolut nicht ändern kann weil mein universum es diktiert (sicher gibt es andere universen, vielleicht?).

    -bei dem Euro-case weiss ich das ich es nicht ändern kann weil der aufwand für mich alleine zu groß wäre (müsste dann eine unwahrscheinlich große menschenmenge überzeugen).


    intressant so wie ich den text verstehe das die menschengemachten konstrukte dann wiederum die natur verändern und das wiederum die menschen.

    aber die naturgesetzte kann ich wohl (noch) nicht ändern.


    das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewusstsein bestimmt das sein bestimmt das bewus........

  • Es ist meiner Ansicht nach nicht so, dass wir Materie haben und dann das Phänomen, dass Materie andere Materie nicht durchlässt. Vielmehr beobachteten wir, dass bestimmtes Zeug nicht durch anderes hindurch geht und nannten das Materie.

    Und wenn wir nun bedenken das alle Materie zu 99,8% aus Energie besteht, also nur 0,2% Materie enthält wirds richtig spannend. :huh:

    Glücklich ist der der weiß das er glücklich ist!

  • hey wer sich noch für die thematik intressiert (mein wand problem, realität aussenwelt usw)

    ich habe hier ein paar intressante vorlesungen gefunden:


    hume


    kant


    tut mir leid wenn sich das ganze hier vom konstruktivismus entfernt hat... anderseits frag ich mich jetzt ob david hume nicht auch schon ein konstruktivist war?

  • Und wenn wir nun bedenken das alle Materie zu 99,8% aus Energie besteht, also nur 0,2% Materie enthält wirds richtig spannend.

    Du meinst das Materie nach unserem heutigen Alltagsverständnis zu 99,8% aus Leere/Nichts besteht und nur zu 0,2% aus Materie/Energie? Denn Nach Einstein ist Materie nur eine andere Zustandsform von Energie daher auch E=mc². Wenn man sich den Blogbeitrag anschaut, könnten wir vielleicht doch durch die Wand laufen (auch ohne Tür), wenn nur unsere Elektronen entsprechen eingestellt sind.

  • Du meinst das Materie nach unserem heutigen Alltagsverständnis zu 99,8% aus Leere/Nichts besteht und nur zu 0,2% aus Materie/Energie? Denn Nach Einstein ist Materie nur eine andere Zustandsform von Energie daher auch E=mc². Wenn man sich den Blogbeitrag anschaut, könnten wir vielleicht doch durch die Wand laufen (auch ohne Tür), wenn nur unsere Elektronen entsprechen eingestellt sind.

    haha ....wenn es dann soweit ist brauchen wir andere wände deren elektronen unsere blockieren, dann gibts elektronen-hacker und wir könnten ja dann auch platz sparen indem wir einfach alle gleichzeitig am selben ort schlafen.

  • Hm....
    Das mit der "Wahrheit" scheint mir im Grunde sehr einfach, was die Tücke einschließt es zu verwechseln (mit Wirklichkeit).
    IMHO ist Wahrheit das Resultat eines Einigungsprozesses über das, was innerhalb der Gruppe der Beteiligten als "wahr" gilt oder was nicht. Fertig, mehr nicht. In aller Subjektivität, in aller Kontext-Anhängigkeit.

  • Hm....
    Das mit der "Wahrheit" scheint mir im Grunde sehr einfach, was die Tücke einschließt es zu verwechseln (mit Wirklichkeit).
    IMHO ist Wahrheit das Resultat eines Einigungsprozesses über das, was innerhalb der Gruppe der Beteiligten als "wahr" gilt oder was nicht. Fertig, mehr nicht. In aller Subjektivität, in aller Kontext-Anhängigkeit.

    wenn sich also die mehrheit darüber einigt das man durch die wand gehen kann dann ist das wahr?

  • Da jeder, der gegen die Wand läuft, dort bums macht, wird man sich nicht darauf einigen, dass er durchgelaufen ist. Entsprechend wird die Wahrheit sein, dass niemand durch die Wand laufen kann. Ansonsten ja, dann währe das die Wahrheit. Dir kommt das ja nur komisch vor, weil wir uns geeinigt haben, das man nicht durch Wände gehen kann. Wir haben uns darauf geeinigt, weil es bisher keiner geschafft hat und es keine anerkannte Theorie gibt, wie das realistisch möglich sein soll. Vielleicht muss man daher den Einigungsprozess unter die Lupe nehmen. Der ist nicht frei entscheidbar, sondern an Bedingungen geknüpft. Es gibt kulturelle Einigungsverfahren. Beschlüsse von willkürlichen Wunschkreisen, die beschließen, die Mauer sei durchlässig, würden dann nicht als "Einigung" gelten.

  • Wahrheit gibts, denke ich, nur in Bezug auf Aussagen. Das Bums ist erstmal eine Beobachtung. Die Aussage dazu ist: Es hat bums gemacht. Das ist die Wahrheit. Eine Aussage dazu, dass es immer Bums macht, ist damit nicht getroffen. Das ist vielleicht der Knackpunkt, dass nur Aussagen wahr oder falsch sein können, nicht aber Beobachtungen.