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    Soziopod Live in München: Europa wählt

    Im Mai wählt Europa sein neues Parlament. Eine solche demokratische Beteiligung in einer übernationalen Organisation macht die Europäische Union einzigartig. Die Wahl wirft aber auch Fragen auf: Ist demokratische Teilhabe und europäische Kultur ausreichend, um eine europäische Identität zu begründen? Sollte unsere nationalstaatlich organisierte Wahrnehmung Europas nicht besser durch eine europäische Öffentlichkeit, in der sich alle Staaten, Regionen sowie Bürgerinnen und Bürger mit ihren jeweils individuellen Interessen repräsentiert fühlen, abgelöst werden? Darüber wollen wir mit euch diskutieren!


    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig (First Come, First Serve).



    Eine Veranstaltung des BayernForums der Friedrich-Ebert-Stiftung () in Kooperation mit der Europäischen Akademie Bayern und unterstützt von Nicki Weber.

    Freitag, 29.3., Beginn 20:00 Uhr

    LOSTWEEKEND – Buchhandlung & Coffeeshop, Schellingstraße 3, 80779 München

    Die strukturfunktionalistische Systemtheorie von Talcott Parsons

    Soziopod-Abstract zu Episode Soziopod Academics 004: Die strukturfunktionalistische Systemtheorie von Talcott Parsons (von Prof. Dr. Nils Köbel)

    Talcott Parsons (1902 – 1979) gilt als einer der einflussreichsten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Seine wissenschaftliche Leistung besteht in der Konzeption einer ersten integrativen soziologischen Systemtheorie, in der zahlreiche sozialwissenschaftliche, philosophische und psychologische Ansätze zu einem umfassenden Gesellschaftskonzept verbunden werden.

    Parsons schlägt vor, Gesellschaften mit biologischen Organismen zu vergleichen. Wie biologische Systeme grenzen sich Gesellschaften von ihrer Umwelt ab und bilden eine innere Struktur, in denen Teilsysteme bestimmte Aufgaben übernehmen. So wie einzelne Organe ihren Beitrag zur Fortleben eines Organismus leisten, übernehmen spezifische Institutionen Funktionen für ein Gesellschaftssystem: Das ökonomische System etwa stellt Waren und Dienstleitungen bereit, das politische System erlässt Gesetze zum Ausgleich unterschiedlicher Interessen. Diese Grundstruktur, dass Teilsysteme Funktionen für den Erhalt des Gesamtsystems erfüllen, ist Parsons zufolge in allen Epochen wirksam, es stellt die Kernlogik jeder Gesellschaft dar. Im Zentrum seines Theoriemodells steht immer die Stabilität einer Gesellschaft, daher richten sich Parsons zufolge alle sozialen Funktionen nach der bestehenden Gesellschaftsstruktur. In der Soziologie wird diese Konzeption als ‚strukturfunktionalistische Systemtheorie‘ bezeichnet.

    Vor diesem Hintergrund konzipiert Parsons eine Sozialisationstheorie, in deren Kern das Erlernen sozialer Rollen steht. Da Institutionen durch das soziale Handeln ihrer Mitglieder betrieben werden, müssen Sozialisationsinstanzen wie Familie und Schule Heranwachsenden die Fähigkeit und Bereitschaft zum Rollenhandeln vermittelt. In Anlehnung an Sigmund Freuds Theorie des psychischen Apparats müssen nach Parsons individuelle Wünsche und Bedürfnisse mit den funktionalen Anforderungen einer Gesellschaft zusammengehen. Dafür ist es unerlässlich, gesellschaftliche Rollen, Werte und Normen zu übernehmen. Die Motivation hierfür bilden Anerkennung und Wertschätzung für konformes Handeln durch das soziale Umfeld. Ein entscheidender Aspekt der Sozialisation besteht in der sich allmählich herausbildenden Fähigkeit, bestimmte Rollentypen unterscheiden zu können: Persönliche, gefühlsbetonte und gemeinschaftliche Beziehungen wie in Familien und Freundschaften, bezeichnet Parsons als ‚partikulare‘ Rollenbeziehungen. Unpersönliche, austauschbare Beziehungen wie in beruflichen Kontexten, nennt Parsons ‚universale‘ Rollenbeziehungen. Universale und partikulare Rollen beinhalten unterschiedliche Grundmuster, die so genannten ‚Pattern Variables‘:


    Partikulare Rollenbeziehungen

    Universale Rollenbeziehungen

    Affektivität

    Affektive Neutralität

    Diffusität

    Spezifität

    Zuschreibung

    Erlangung

    Gemeinschaftsorientierung

    Selbstorientierung



    Literatur:


    Baumgart, F. (2008): Theorien der Sozialisation. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.

    Joas, H. (Hg.) (2007): Lehrbuch Soziologie. Frankfurt: Campus Verlag.

    Joas, H., Knöbl, W. (2004): Sozialtheorie - Zwanzig einführende Vorlesungen. Frankfurt: Suhrkamp.

    Danke liebe Astrid,

    der Vorschlag ist super und wir denken darüber schon sehr lange nach und überlegen wie wir das technisch am Besten realisieren. Das Forum ist der erste Schritt in diese Richtung. Aber wir denken weiterhin über Call-In-Formate nach. Danke also für die erneute Bestätigung dahingehend. Wir bleiben dran!


    Da sich die Anfragen im letzten Jahr signifikant häufen, hier die ultimative Anleitung rund um Soziopod Live & Analog.

    Du möchtest, dass der Soziopod in deine Stadt kommt? Dann erklären wir dir, wie das gelingt:

    1. Location
    Je nach Stadt empfehlen wir einen Raum für 50 bis 150 Menschen. Dieser Raum sollte idealerweise bestuhlt sein und zwar so ungezwungen wie möglich. Wir wollen schließlich mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen und entsprechend offen und herzlich sollte die Atmosphäre sein. Klassische Hörsäle mit sperrigen Bankreihen und klassischem Machtgefälle eignen sich aus unserer Erfahrung weitaus weniger als eine gemütliche, entspannte Wohnzimmeratmosphäre. Im Bühnenbereich sollten mindestens 4 Sitzgelegenheiten stehen, auch hier gilt: Je gemütlicher, desto besser. Aber selbst im Stehen ist ein Soziopod möglich.

    2. Aufnahmetechnik
    Möchtest du, dass wir den Sopziopod aufzeichnen und veröffentlichen? Dann benötigen wir mindestens:


    - 3 Mikros (Headsets helfen die Soundqualität gleichbleibend hoch zu halten, das Publikum wird aber mindestens ein Handmikro benötigen).

    - eine Sound-Anlage inklusive Aufnahmefunktion oder ein Aufnahmegerät, welches man anschließen kann.

    3. Termine
    Wir betreiben den Soziopod neben unserem Beruf und unserer Familie. Daher gibt es bei der Auswahl der Termine entsprechende Einschränkungen. Generell sollte die Veranstaltung in der vorlesungsfreien Zeit von Nils liegen oder alternativ an einem Wochenende stattfinden.

    4. Honorar und Reisekosten
    Unser Honorar für Non-Profit Organisationen (Stiftungen, Hochschulen und sonstige Bildungseinrichtungen) liegt bei 1000 Euro zzgl. möglicher anfallender Reise- und Übernachtungskosten. Dazu stimmen wir uns dann aber im Detail mit den VeranstalterInnen ab. Wir sind sehr dafür, dass unsere Veranstaltungen für das Publikum kostenlos zugänglich sind, da wir eine breite Teilhabe ermöglichen wollen. Deshalb arbeiten wir oft und gerne mit Stiftungen zusammen. Eintritt und Ticketverkauf probieren wir derzeit auch mit einer Eventagentur in Berlin aus, unser favorisiertes Modell ist jedoch immer noch der freie Zugang zu unseren Veranstaltungen.

    Das Honorar für Unternehmen und Unternehmensverbände erfährt man im persönlichen Kontakt: team@soziopod.de


    5. Konferenzen
    Wir sind definitiv keine Festival sondern eine Club Band. Aus unserer Erfahrung ist ein Slot auf einer eng getakteten Konferenz bisher immer eher unglücklicher verlaufen. Daher schauen wir sehr genau welche Konferenz das ist und ob wir da wirklich gut reinpassen.

    6. Werbung
    Die Bewerbung der Veranstaltung übernimmt der Veranstalter selbst. Gerne unterstützen wir aber die Bewerbung der Veranstaltung über unsere Kanäle - sofern es reinpasst.

    7. Format und Ablauf
    Soziopod Live ist ein etabliertes, feststehende Format, das sich bewährt hat. Der reguläre Ablauf sieht wie folgt aus:

    - Kurze Begrüßung des Veranstalters (optional)
    - 15-20 Minuten thematische Einführung von uns
    - Öffnung für die Publikumsdiskussion im Fishbowl Format
    - Gesamte Laufzeit zwischen 90 und 120 Minuten

    Wir werden den Ablauf der Veranstaltung nicht verändern. Wir möchten keine Impulsvorträge vorab oder dauerhafte Sondergäste in der Fishbowl. Never touch a running system!
    Man kann uns darüber hinaus aber auch gerne als Moderatoren oder Vortragsredner anfragen.

    8. Themenauswahl
    Alle Themen die wir bisher im Soziopod behandelt haben, können wir problemlos auch als Live-Format anbieten. Themenwünsche können mit uns besprochen werden.


    9. Anfrage an uns
    Bitte nutze für die erste Anfrage ausschließlich die E-Mail-Adresse: team@soziopod.de

    Hallo Remo,

    grundsätzlich kommen wir gerne in jeden Ort und Luzern ist natürlich eine besonders schöne Stadt!

    Wenn man uns in einen Ort holen möchte müsste jemand vor Ort eine Location organisieren und unser Honorar zzfg. Reisekosten tragen.

    Wir werden dazu aber noch mal eine ausführliche Anleitung schreiben, da wir mittlerweile sehr viele Anfragen haben.

    Wenn du Details wissen möchtest, weil du es in die Hand nehmen willst, schreib uns doch gerne an team@soziopod.de

    Die Theorie der Identitätsbildung von G.H. Mead

    Soziopod-Abstract zur Episode Soziopod Academics #003: Gesellschaft und Identität von George Herbert Mead


    Als ein Begründer der sozialwissenschaftlich fundierten Identitätsforschung sieht George Herbert Mead (1863-1931) die Fähigkeit zur Rollen- und Perspektivübernahme als entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen. Indem Personen lernen, sich selbst aus der Perspektive eines anderen zu betrachten, können sie ein Verhältnis zu sich selbst einnehmen, das als Grundlage für jede inhaltliche Auseinandersetzung mit der eigenen Person dient. Diese Fähigkeit ist das Ergebnis eines schrittweisen Sozialisationsprozesses, in dessen Zentrum das Erlernen der Sprache als gesellschaftlich geteiltem Symbolsystem steht. Mead unterscheidet drei Phasen des Spracherwerbs:

    1. Die ‚Geste’: Hier wird der Kontakt durch körperliche Haltungen ausgedrückt. Das Ablesen dieser Haltungen ermöglicht eine erste gegenseitige Verhaltensangleichung zwischen Bezugsperson und Kind.

    2. Die ‚vokale Geste’: Hier vollzieht sich der Übergang zum ‚signifikanten Symbol’. Das Kind beginnt, durch Zeigen, Deuten und Rufen andere zu beeinflussen.

    3. Die ‚signifikante Geste’: Intentionen und Bedeutungen können jetzt auf dem allgemein- anerkannten Bedeutungsgrund der Sprache wechselseitig erschlossen und verarbeitet werden.

    Das Erlernen der Sprache ermöglicht dem Menschen, mithilfe eines allgemein gültigen Symbolsystems Haltungen, Intentionen, Bedeutungen und Gefühle auszudrücken und mit anderen Personen auszutauschen. Sprache eröffnet in diesem Sinn ein symbolisches Universum an Ausdrucksmöglichkeiten.

    Durch sprachliche Handlungen wird die interagierende soziale Umwelt zu einem Spiegel, in dem das eigene Verhalten wahrgenommen und abgelesen werden kann. Sind es in der Kindheit zunächst die primären Bezugspersonen eines Kindes – Mead bezeichnet sie als ‚signifikante Andere‘ – mit denen diese spiegelnden Interaktionen eingeübt werden, lernen Heranwachsende in zunehmendem Maße, die Haltungen größerer sozialen Gruppen bin hin zum gesamtgesellschaftlichen ‚generalisierten Anderen‘ zu einem zentralen Aspekt des eigenen Selbst zu machen.

    Im Zuge dieser Entwicklungen verfeinert sich die Fähigkeit eines Individuums, Objekt für sich selbst sein zu können: Es entsteht die Fähigkeit eines inneren Dialogs, in dem die eigenen Motive und Haltungen zum Gegenstand der Selbstreflexion werden. Die Übernahme der gesamtgesellschaftlichen Einstellungen der Interaktionspartner bezeichnet Mead als das ‚Mich‘. Es besteht aus den internalisierten Verhaltenserwartungen des generalisierten Anderen. Das ‚Ich‘ repräsentiert die Fähigkeit des Individuums, kreativ und spontan diese Verhaltenserwartungen verarbeiten zu können und vermittelt damit dem Einzelnen ein Bewusstsein seiner Freiheit. Diese beiden Aspekte bilden für Mead die zentralen Instanzen ‚Ich und Mich (I and Me)‘, die das Selbst einer Person konstituieren.

    Um präzise zu beschreiben, wie sich das Zusammenspiel zwischen Individuum und Gesellschaft strukturiert, unterscheidet Mead die Begriffe Denken, Geist und Sinn:

    - ‚Denken‘: Fähigkeit, die Reaktionen seines Interaktionspartners zu antizipieren. Denken steht zwischen den sozialen Reizen und dem antwortenden Verhalten und bildet damit die soziale Welt.

    - ‚Geist’: Fähigkeit des Menschen, Haltungen und Handlungen auf der Grundlage von gesellschaftlichen Erfahrungen anzupassen.

    - ‚Sinn’: Struktur des gesellschaftlichen Handelns, Gesamtkoordination des sozialen Lebens.



    Literatur

    Baumgart, F. (2008): Theorien der Sozialisation. UTB, Stuttgart

    Garz, D. (2008): Sozialpsychologische Entwicklungstheorien: Von Mead, Piaget und Kohlberg bis zur Gegenwart. VS-Verlag, Wiesbaden

    Köbel, N. (2018): Identität, Werte, Weltdeutung. Weinheim, Beltz

    Mead, G.H. (1973): Geist, Identität, Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt

    Neumann, K. (1983): Der Beginn der Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Strukturanalyse der Mutter-Kind-Interaktion. Klinkhardt, Bad Heilbrunn

    Stern, D. (2000): Mutter und Kind – Die erste Beziehung. Klett-Cotta, Stuttgart


    Dateien

    • mead.zip

      (107,39 kB, 124 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Hallo ihr Lieben,


    in diesem Forum könnt ihr über aktuelle und vergangene Soziopod Episoden diskutieren.

    1. Neue Episoden werden von uns bei Veröffentlichung in Zukunft als Thema hier angelegt.

    2. Alte Episoden müsst ihr(!) anlegen, d.h. wenn ihr zu einer vergangenen Episode mit der Community diskutieren wollt, oder Fragen habt, dann legt in diesem Forum ein neues Thema an: Am besten in diesem Format:

    #000 Episodentitel


    Bitte seid euch darüber bewusst, dass dies ein Forum von euch für euch ist und wir nicht auf alle Diskussionsstränge persönlich antworten können. Wir möchten nicht, dass ihr enttäuscht seid, wenn wir nicht zu allen Themen etwas im Forum beitragen können. Wir planen aber Fragen in den kommenden Sendungen oder in Spezialepisoden aufzugreifen um sie dort zu beantworten.

    Ihr Lieben,

    dies hier ist ein Ort der vernünftigen Diskussion.

    Da wir euch als Soziopod HörerInnen generell als vernünftig einstufen, sind die folgenden Regeln (entnommen von t3n) für euch sicherlich selbstverständlich, aber es schadet ja nicht, sie sich ins Gedächtnis zu rufen.

    1. Deinen Standpunkt gut begründen

    Um miteinander ins Gespräch zu kommen, ist es entscheidend, warum du diese Meinung vertrittst. Begründe also nachvollziehbar deine Sichtweise und lade deinen Gegenüber ein, das Gleiche zu tun. Bloße Meinungsbekundungen und Zuspitzungen bringen das Gespräch nicht weiter, sondern führen eher dazu, dass ein Lagerdenken einsetzt und die Fronten sich verhärten. Die wichtigste Frage in einer Diskussion lautet: „Warum glaubst du das?“


    2. Zuhören und Verstehen

    Die Argumente des anderen zu kennen und sie zu verstehen, ist unerlässlich, um zum Kern einer Debatte vorzustoßen. Deshalb lautet die Devise: „Zuhören!“ Was nachvollziehbar klingt, ist es bei weitem nicht. Störrische Diskutanten neigen oft dazu, sich den Argumenten des Gesprächspartners zu verschließen und anstatt zuzuhören, gedanklich schon zum nächsten Gegenschlag auszuholen. Ratsam ist es jedoch nachzuhaken und beispielsweise zu fragen: „Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist deine Sorge, dass …?“ Mit dieser Frage kannst du sicherstellen, dass du wirklich verstanden hast, was dem anderen wichtig ist.


    3. Wechsel die Perspektive

    Eine der wichtigsten Verhaltensweisen ist, sich in die Perspektive des anderen zu versetzen. Oft scheitern Diskussionen nicht nur an unterschiedlichen Meinungen, sondern an entgegengesetzten Wertvorstellungen. Überlege dir, wie du aus der Position des Gesprächspartners heraus argumentieren könntest. Wenn dem Gegenüber beispielsweise mehr an Quantität anstatt Qualität liegt, könntest du versuchen, vor diesem Hintergrund für deine Position zu argumentieren. Im wissenschaftlichen Kontext spricht man dahingehend vom Reframing, also einer Umdeutung der eigenen Denkweise.


    4. Finde Gemeinsamkeiten

    In jedem Gespräch und bei jedem Gesprächspartner lassen sich Gemeinsamkeiten finden. Es ist lohnenswert, diese Punkte auch zu benennen – schon allein um deutlich zu machen, worin genau du mit deinem Gegenüber übereinstimmst und wo nicht. Zu wissen wo man übereinstimmt und wo die Auffassungen auseinandergehen, hilft, sich in der Debatte weniger im Kreis zu drehen. Ein gut gesetztes „Wir sind uns einig bei dem Punkt ...“ schafft zudem ein wohlwollendes Klima für die weitere Diskussion. Vermutlich bemerkst du sogar, dass die Positionen weniger weit voneinander entfernt liegen als ursprünglich gedacht.


    5. Keine Belehrungen

    Wer belehrt, stellt sich über den Gesprächspartner, vermittelt Arroganz und ruft so beim Gegenüber in der Regel eher ein Abwehrverhalten anstatt ein gesteigertes Interesse hervor. Vermeide also, unnötig zu moralisieren. Anstatt zu sagen, was ein Gesprächspartner denken sollte, hilft es, durch konkrete Fragen persönliche Bezüge herzustellen und ihn so dazu zu bringen, seine eigene Argumentation im Falle eines Falles zu überprüfen. „Ist es dir denn selbst schon einmal passiert, dass …?“ könnte so eine Frage lauten. Sie bringt den Gegenüber dazu, sich von einer möglicherweise abstrakten Ebene zu entfernen.


    6. Gib sachliche Kritik

    Dem Gesprächspartner seine Meinung einzugestehen bedeutet nicht, falsche Informationen einfach stehen zu lassen. Mache auf faktische Fehler aufmerksam, decke voreilige Schlüsse auf und gehe darauf ein, wenn der Gegenüber entlang von Pauschalisierungen argumentiert. Es kann einer Diskussion nur gut tun, wenn lückenhafte oder widersprüchliche Stellen in der Argumentation klar erkennbar sind. Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass du mit deiner Kritik sparsam umgehst und offene Konfrontation weitestgehend vermeidest, um das Gesprächsklima angenehm zu halten.


    7. Deeskaliere, wenn nötig

    In Diskussionen kochen die Emotionen schnell über. Achte deshalb darauf, dass dein Gegenüber sein Gesicht nicht verliert, sobald du Kritik an seiner Argumentation übst. Bring gelegentlich einen Witz oder etwas Ironie zur Lockerung der Atmosphäre ein. Vermeide jedoch Sarkasmus, denn beißender Spott könnte zur Eskalation führen. Sollten es dazu kommen, dass emotionale Aussagen drohen, die den weiteren Verlauf der Diskussion stören, hilft es, darauf aufmerksam zu machen. Sage so etwas wie „Ich merke, dass dich dieses Thema sehr bewegt!“ Dadurch bekommt man ein Bewusstsein dafür, was gerade schief läuft. Wichtig ist: Ruhe bewahren!


    8. Beim Thema bleiben

    Wer sich bedrängt fühlt, wird versuchen das Thema zu wechseln. Vor allem der klassische „Whataboutism“ ist eine als unsachlich geltende Gesprächstechnik, die bewirken soll, dass Diskussionspunkte aus dem Fokus geraten, bevor man ihnen wirklich auf den Grund gehen konnte. Achte darauf und mache das Themenspringen nicht mit. Es gilt die Diskussion an diesen entscheidenden Stellen zu moderieren: „Mir scheint, dass das ein neuer Punkt ist. Kannst du mir bitte erst erklären, was du im Bezug auf ... gemeint hast?“ Mit einer derartigen Frage bringst du zudem wieder Struktur ins Gespräch.

    Quelle: Diskutieren will gelernt sein: Diese 8 Regeln solltest du beachten (t3n)