Beiträge von Max.w

    Aus meiner Sicht ist der Sinn des Lebens das eigene Leben zu leben. Die Herausforderung dabei ist, wirklich das zu finden was das Eigene ist. Entsprechend der Inschrift auf dem Auryn: "Tu was Du willst."


    Warum sollte ich meine Überzeugungen verteidigen müssen? Weil jemand seine Überzeugungen auf mich projiziert? Da brauche ich keine Verteidigung, sondern verbitte mir jede Anmaßung, dass jemand anderes meint entscheiden zu wollen, was ich mit meinem Leben zu machen hätte. Wenn sich jeder um sein eigenes Leben kümmert, hat er bereits genug für ein ganzen Leben zu tun. Im nächsten Leben hat er dann Gelegenheit, sich um ein anderes Leben zu kümmern.

    Die Überzeugungen betreffen halt selten nur einen selbst sondern auch die Mitmenschen und die Welt um einen herum. Ich muss meine Weltsicht schon verteidigen wenn ich einem FPÖ Wähler erkläre, dass ich seine Weltsicht falsch und gefährlich finde.


    Also gerade bei dem Gedanken jeder soll machen was ee will bin ich verwirrt. Einerseits will ich niemandem sagen was er tun soll oder behaupten ich wüsste was zu tun sei andererseits habe ich das Gefühl, dass ich aus diesem Grund Probleme hab Dinge mit denen ich nicht übereinstimmen kann zu kritisieren.

    Es ist extrem spanndend, dass moralische und ethische Grundsatzdiskussionen und Probleme die nie gelöst wurden und wahrscheinlich auch nicht direkt lösbar sind mit dem Aufkommen von KI wieder relevant werden. Meiner Meinung nach blicken wir hier einfach medial und gesellschaftlich einfach in den neuesten Spiegel.


    Der tatsächliche technische Stand von KI ist nicht annähernd auf einem Level wo diese Fragestellungen wirklich relevant wären, aber der Gedanke, dass technischer Fortschritt möglicherweise eine endgültige Lösung für ein scheinbar unlösbares Problem bieten könnte ist faszinierend. Ich glaube wir haben schon viele schwierige Fragen und Dillemas umgehen können indem wir den Fokus auf (technischen) Fortschritt gelegt haben um von den unterliegenden Entscheidungen die getroffen werden abzulenken.


    Wenn es darauf ankommt legen wir die Weiche immer so um, dass wir den technischen Fortschritt schützen und blenden dann meist aus was wir dadurch zerstören.

    Ich glaube der Sinn des Lebens ist gewissermaßen für sich den Sinn des Lebens zu finden. Ob man sich dabei nun an anderen orientiert oder ganz für sich arbeitet, ob man sich ein philosophisches System von Grund auf schafft oder ob man eines adoptiert und alles dazwischen tut nichts zur Sache.


    Persönlich finde ich es ist wichtig sich dabei nicht zu sehr festzulegen und zumindest bevor man sich festlegt mit vielem zum experimentieren.


    Allerdings lässt mich dieser Glaube ans experimentieren und an die Fluidität solcher Überzeugungen in letzter Zeit oft straucheln, wenn es darum geht meine Überzeugungen gegenüber anderen Überzeugungen zu verteidigen, von denen ich denke, dass sie gefährlich oder destruktiv sind. Ich weiß einfach nicht woher ich mir in meiner persönlichen Philosophie das Recht nehmen kann die Weltanschauungen von jemand anderem kategorisch abzulehnen und manchmal fühlt sich das an wie eine Schwäche auf dem schnelllebigen Schlachtfeld von Ideen, das das unsere vernetzte Welt mitunter sein kann.


    Hoffe das ist jetzt nicht zu weit vom Thema abgewichen :) aber das machen die Gespräche in der WG Küche auch immer.