Beiträge von Herr Breitenbach

    Ich finde es aber wesentlich interessanter zu fragen warum immer mehr Menschen der Meinung sind Drogen nehmen zu müssen, wenn die Aussage bzgl. der Zunahme stimmt.

    Ebenso interessant ist die jeweilige Art der Substanz und deren Wirkung. Welche Gesellschaft konsumiert welche Drogen zu welcher Zeit und in welcher Absicht? Kokain ist ja die Leistungsdroge schlechthin. Sie überspielt Unsicherheit und Schwäche und lässt Empathie neben dem gigantischen Ego wenig Raum.

    Und es ist immer wieder interessant daran zu erinnern, dass einer der giftigsten Substanzen überhaupt, nämlich Alkohol, so dermaßen tief in unsere Kultur und Gesellschaft eingesickert ist und da ganz selbstverständlich akzeptiert ist, während andere Substanzen, die kaum bis keinen Schaden anrichten, gesellschaftlich geächtet sind.

    Neben der grundsätzlichen Frage, ob Prohibition ein geeignetes Mittel der erfolgreichen Bekämpfung von Drogenkonsum ist, sollte man sich stets fragen, wer von einem Verbot und dem Status Quo maßgeblich profitiert.

    Auf der anderen Seite wäre die komplette Legalisierung ohne jedwede Regulierung genauso fatal wie die derzeitige Prohibition. Denn die Logik des Kapitalismus wird dann dazu führen, ähnlich wie hier bei Bier und Zigaretten, dass der Drogenkonsum aktiv beworben wird und Menschen offensiv verführt werden Drogen zu nehmen. Es ist wie immer der gesunde Mittelweg, der vernünftig wäre.

    Aska Ja. Es bedarf m. E. einer Utopie der kleinen Schritte. Die großen Würfe sind bisher immer gescheitert und sie haben halt einfach ihre ganz großen Lücken. Problematisch wird es vor allem immer dann wenn die Frage nach der pragmatischen Realisierung gestellt wird. Wie sieht der Weg dahin aus? Dann kommt ganz schnell die Gewalt ins Spiel, nach dem Motto: "Wenn alle gleich denken, dann können wir alle die gleiche ideale Gesellschaft bilden". Dann denkt man über "Reinigung" nach und die "Beseitigung" des "Bösen".

    Derzeit sehe ich das größte utopische Umsetzungspotenzial in der demokratischen Grundstruktur (als Ideal). Je mehr Menschen an der Stärkung und Optimierung der Demokratie arbeiten, desto aussichtsreicher das Ergebnis. Wir leben zwar in einer Demokratie, aber die gilt es täglich zu beleben UND täglich zu verbessern. Da finde ich Karl Popper wirklich sehr hilfreich. Probieren, verwerfen, kleine Schritte. Stückwerk etc. Das absolute Gegenmodell zum "großen Wurf". Und was sich ja hier in diesem Diskussionsstrang deutlich gezeigt hat: Des einen Utopie, ist des anderen Dystopie. Da muss man sich am Ende auch wirklich erst einmal darüber einig werden was denn für ALLE eine gute Lösung ist.

    Trotz des katastrophal wirkenden Zustand der Menschheit, glaube ich dennoch dass sich in den letzten 100 Jahren unfassbar viel weiter entwickelt hat. Das Thema Umweltschutz gibt es erst seit einigen Jahrzehnten in der Form. Sklaverei war bis vor kurzem noch eine Selbstverständlichkeit. Der Schutz von Kindern hat sich erst in den letzten 100 Jahren entwickelt. Tierschutz war bis vor kurzem gar kein Thema und dass wir heute (relativ) selbstverständlich auch gleichgeschlechtliche, zwischengeschlechtliche Beziehungen eingehen können ist ein absolutes Novum und ein Indikator für eine freie und offene Gesellschaft. Das wiederum ruft natürlich Gegenwehr auf den Plan. Die ersehnte konservative Konterrevolution, die aber wirklich vergleichsweise schwach ausfällt, auch wenn sie medial gehyped wird. Fortschritt (auch kulturell und sozial) scheint sich langfristig eher durchzusetzen, weil viel mehr Menschen langfristig davon profitieren.

    Das ist weder Anlass zur Beruhigung aber eben auch nicht Anlass zur Verzweiflung Eigentlich die perfekte Motivation um da anzuschließen und einfach immer weiter daran zu arbeiten. Und um nochmal abschließend eine Phrase abzulassen: Gras wächst nicht schneller, nur weil man dran zieht.

    Für mich würde sich eher ein Wochentag und Abends anbieten, wenn ich sowieso in Mainz bin. Aber wenn ihr den Termin weit genug mit Vorlauf ankündigt wäre das auch sicher machbar. Ich fände irgendwo draußen in Richtung Sommer ganz nett , aber kein Muss.


    Hallo! Ich kann mich dem Dank nur anschließen, ich bin erste Ende letzten Jahres auf den Soziopod gestoßen und empfinde ihn als große Bereicherung. Als diplomierte Soziologin, die beruflich (leider) überhaupt nichts mit der Soziologie zu tun hat, habe ich das Thema Soziologie jahrelang gemieden und bin nun durch private Begegnungen wieder insoweit darauf gestoßen worden, dass ich wieder spüre, dass ich mich gerne mit der Soziologie befasse - durch den Soziopod bin ich erstmalig richtig gewillt, mich auch mit philosophischen Themen auseinander zu setzen und merke nun, dass mein Studium doch nicht völlig umsonst war :-)

    Wow! Danke dir Stefanie !

    Nichtstun (Anm. des Autors) als ein Zustand von dem ein außenstehender Bobachter ( naiver Weise ) darauf schließen kann, dass ein anderer Mensch gerade nichts tut?

    Finde ich gut!


    Welchen Wert das Nichtstun für die Gesellschaft hat finde ich hier nicht sointeressant.

    Das finde ich gerade im Hinblick auf das Individuum interessant, weil ein von der Gesellschaft losgelöstes Individuum nicht der Fall ist. Daher ist die Position einer Gesellschaft zum Nichtstun im Verhältnis zur Position des Nichtstun eines Individuums von ganz entscheidender Bedeutung. Denn das ist meistens überhaupt nicht kongruent. Wenn man sich dann noch die dominierenden Teilsysteme einer Gesellschaft anschaut, z.B. Ökonomie wird darin das Nichtstun komplett anders bewertet wie beispielsweise dem Teilsystem des Buddhismus. Da der Mensch (ebenfalls als System) immer in einer Struktur oder einem System verortet ist kann man m.E. das gar nicht losgelöst betrachten, bzw. es führt nicht wirklich zu wesentlich mehr Erkenntnis. Was aber nicht heißt dass es sich nicht lohnt sich auch das System Mensch anzuschauen. Aber ich warne davor weil jeder Mensch anders sozialisiert ist und mitunter ein ganz anderer Spielball der Struktur ist. Ein Buddhist hat ein komplett anderes Mindset in Sachen Nichtstun als ein chinesischer Top-Manager.


    Interessant zu unserem Thema sind auch Versuche bzgl. der Kreativität, dabei kam heraus das die Kreativität größer ist wenn man sich zwischendurch dem Müßiggang oder einer langweiligenTätigkeit widmet.

    Dem kann ich nur in Teilen zustimmen. Langweilig muss nicht zwingend sein. Entscheidend ist einfach nur sich mit etwas komplett anderem zu beschäftigen und nicht mit der Sache die man kreativ bewältigen möchte. Das kann langweilig sein muss es aber nicht. Beispiel: Ich will ein Problem lösen, befasse mich damit lange. Dann muss ich etwas anderes tun, z.B. Sport machen, Zocken, was anderes lesen etc. pp. - was ja viele mit Müßiggang gleichsetzen. Daher ja meine ursprünglichen Fragen zu dem ganzen Thema des sogenannten Nichtstuns. Die allermeisten Menschen werfen das in einem Topf mit Nicht-Arbeiten im Sinne von "not on your payroll". :-)

    kuwin   Theoderich


    Ich bin immer skeptisch wenn es um die (scheinbar objektive) Bewertung von Tun/Nichtstun geht. Meistens steckt ein Motiv dahinter. Siehe bei der Diskussion rund um das BGE. Das fällt dann oft der Satz, dass die Leute ja fürs Nichtstun nicht bezahlt werden dürfen. Leistung muss sich lohnen etc. pp. Dass wir aber mitten in einer bigotten Situation stecken, also dass viele Milliardäre ihre Milliarden ganz ohne Leistung besitzen (Erbschaft und Zinsen) oder dass Leute die kaum etwas vedienen. am Ende aber sehr viel leisten, wird dann komplett ausgeblendet. Die Frage ist also WIE bewerten wir sogenannten Eskapismus? Vor was flüchten Menschen und vor allem warum tun sie das? Liegt es vielleicht nicht auch ein bißchen daran dass das wovor sie flüchten aus ihrer Sicht entweder kaputt ist oder es für sie unüberwindbar erscheint? Und sollte man nicht auch mal hinterfragen dass die permanente Jagd nach Leistung mindestens nicht genauso kritikwürdig ist als das Faulenzen?

    So oder so, alles eine sehr spannende Diskussion. Deshalb weitere Fragen:

    Ist das Nichtstun (wenn wir die Definition von Theoderich oben hernehmen) weniger wert - für Gesellschaft und Individuum - als das Tun? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?


    Hallo ihr Lieben,


    ich würde hier gerne eine neue Rubrik etablieren:

    "Philosophy Jam"

    Als Jugendlicher hatte ich unfassbar viel Spaß daran einfach nur mit ein paar Leuten rumzuphilosophieren - ohne Studium - ohne theoretischen Background. Einfach frei von der Leber weg. Hätte ich damals mit "echten Philosophen" das machen müssen, wäre ich gehemmt und blockiert gewesen. Eben weil es dann wieder eine Art Machtgefälle allein durch die Verwendung von Sprache und vorhandenen Theorien gegeben hätte. Durch mangelndes Vorwissen hätte ich immer den Kürzeren gezogen und all die wertvollen Gedanken wären weggewischt worden - allein durch die Autorität der Wissenden. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich während meines Studiums: Ich saß in einem Philosophie-Seminar und war wirklich ernsthaft an der Thematik und der Fragestellung interessiert, aber bereits nach wenigen Minuten verstand ich nur noch Bahnhof. Was zum Teil beschämend und frustrierend war, eben WEIL ich solchen Bock auf Philosophie hatte.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ich möchte mit euch eine Art "Schutzraum" oder "Wohnzimmer" oder "WG-Küche" fürs Philosophieren etablieren. Kein Gedanke ist unter dem Beitrag "Philosophy Jam" zu banal, zu simpel - egal wie er formuliert sein mag, ob er alt oder neu ist.

    "Alle Menschen sind Philosophen", so hat Karl Popper mal ein ganzes Buch genannt. Dieses Motto möchte ich genau hier aufgreifen. Ich möchte zu vielen verschiedenen philosophischen Fragen Diskussionen eröffnen (gerne dürft ihr das natürlich ebenso aufmachen) und einfach nur ins Gespräch kommen oder Gedanken auch einfach nur mal stehen lassen (denn oft hilft es einem ja schon selbst sich mal Gedanken zu machen und diese niederzuschreiben unabhängig von der Resonanz, die man bekommt oder auch nicht.

    Wer keine Lust darauf hat oder das aus der wissenschaftlichen Warte heraus ganz schlimm findet, soll das bitte einfach wohlwollend ignorieren. Alle anderen die Bock aufs rumspinnen, rumphilosophieren rund um den wichtigen Fragen des Lebens habe, sind herzlich dazu eingeladen sich dem "Philosophy Jam" anzuschließen.

    Also beginnen wir mit der einfachsten aller philosophischen Fragen :P

    Was ist der Sinn des Lebens?


    giphy.gif


    Hallo,

    an einer anderen Stelle im Forum entstand eine spannende Diskussion über moralische Entscheidungen (u.a. bei selbstfahrenden Autos), die ich gerne hier an prominenter Stelle für alle öffnen möchte.


    Ich fasse die ursprüngliche Diskussion kurz zusammen und nun könnt ihr eure Gedanken und eure Erkenntnisse dazu teilen (Gerne auch Link und Buchempfehlungen):

    ChrisH eröffnete die Diskussion mit diesem Video:




    und der Frage

    Zitat


    Was in der Situation tun? Im Prinzip gibt es dann keine guten Entscheidungen mehr. Ist es dann nicht eher vernünftig, dies zu akzeptieren? In unseren Köpfen können wir auch ewig nach einer Lösung suchen. Im realen Leben muss eine Entscheidung her. Und zwar leider immer eine schlechte.



    RemoBucher darauf:

    Zitat

    Ich denke auch, dieses Beispiel zeigt paradigmatisch, dass im realen Leben eine rein ‚gute‘ Entscheidung eigentlich undenkbar ist. Bei jeder Entscheidungshandlung wird zugleich eine Option gewählt und eine andere eben nicht, was unweigerlich negative Konsequenzen für die abgewählte nach sich zieht. Auch wenn man (zumindest in DE und der Schweiz) bei beiden Varianten (Tun oder Unterlassen) juristisch gesehen straffrei bleiben würde, hinterliesse dies psychisch betrachtet gewichtige Traumata..


    Frank Koehler dazu:

    Zitat

    Eigentlich ein bemerkenswerter Befund (wenn er stimmt): Wir urteilen unentwegt unter Zuhilfenahme unserer Moralvorstellungen. Dies geschieht aber sehr oft ausschließlich intuitiv. Fragen wir nach, wie wir unsere Urteile begründen können, kommen viele von uns (mich eingeschlossen) ganz schön ins Schwimmen. Wer aber nicht weiß, warum er urteilt wie er urteilt, kann dessen Entscheidung überzeugen?


    Ich finde moralische Fragestellungen hochspannend und würde es gerne sehen, wenn sie fester Bestandteil aller Lehrpläne würden. Moralisch reflektiertes Urteilen ist in meiner Welt so wichtig wie die Grundrechenarten. Wir haben nicht zu viel Moral, sondern dessen Rückzug auf allen Ebenen. So jedenfalls mein Eindruck.


    Zum Strassenbahn-Problem selbst: Mir scheint, als sei das Abwägen von Menschenleben, ihr gegenseitiges Aufsummieren, eine Art Büchse der Pandora. Wer diese Logik in Bezug auf Menschenleben erst mal zulässt, der kommt in moralisch schweres Fahrwasser.


    Sonntagssoziologe  

    Zitat

    Sind wir in einem wirklichen Dilemma nicht absolut frei in unserer Entscheidung?

    Bei der Frage nach dem quantitaitven Abwägen von Menschenleben ja oder nein, könnte man iterativ. Wäre es gerechtfertigt, ein Leben zu opfern, um alle anderen Leben auf dem Planeten zu retten? Wäre es gerechtfertigt, ein Leben zu opfern, um die Hälfte aller anderen Leben auf dem Planeten zu retten? usw.


    Martin Finger meint:


    Darauf antwortete Sonntagssoziologe

    Zitat


    Mir wäre als Kunde eines Autos mit KI eigentlich vor allem wichtig, dass die KI nicht mich opfert, um z.B. eine Kindergartengruppe zu retten.


    Dazu Herr Breitenbach

    Zitat


    Grundsätzlich gibt es ja auch die Überlegung das Dilemma mit dem Zufall aufzulösen, was ich persönlich eher als fair empfände und es der jetzigen Lebenswelt entspricht. Womit wir philosophisch bei der Schicksalsfrage wären und ob der Mensch als Kontrollfreak jemals in der Lage sein wird das Sein an sich zu 100% zu kontrollieren.


    nihilin bestätigt und ergänzt:

    Zitat

    Dem kann ich mich nur anschließen. KIs sollten meiner Meinung nach blind für jegliche Dinge sein die zu problematischen, moralischen Zwickmühlen führen (Alter, Geschlecht, Status,...oder auch dem "Kollateralschaden", der ja im Kern des klassischen Trolley-Problems steckt) und nur darauf aus sein Personenschäden vollständig zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, sollte die Entscheidung eben blind gefällt werden. Würde mich da vielleicht höchstens in die Richtung lehnen, dass das selbstfahrende Auto seine eigenen Insassen priorisieren sollte. Das wäre dann natürlich auch schon wieder eine gezielte, moralische Entscheidung und daher problematisch, entspricht aber denke ich auch dem intuitiven Verhalten der meisten menschlichen Lenker, wenn sie sich in so einer Split Second Entscheidung befinden.


    ChrisH fügt hinzu:

    Zitat

    Schicksal und Kontrolllosigkeit sind zwei Probleme. Denn Selbstkontrolle hängt davon ab, ob das Individuum sich selbst überhaupt erkennen kann. Trotzdem kann die Welt außerhalb unseres Wahrnemungsfilters, nach geordneten bahnen laufen.


    Sonntagssoziologe  

    Zitat

    In dem Fall, wo eine Einzelperson für eine Gruppe dadurch geopfert wird, geschieht ein gezielter Angriff auf ihr Leben. So etwas lässt das Grundgesetz nicht zu, wie sich bei dem Urteil über den Fliegerabschuss mit Terroristen an Bord zeigte. Autos würden zu einer Tötungsmaschine, welche nach ethischen Gesichtspunkten hinrichtet.


    Denken wir doch mal an eine KI bei der Bahn. Würden wir da eine automatische Entgleisung einbauen wollen, wenn die Chancen, dabei verletzt zu werden, aber zu überleben, für die Insassen größer ist als die Überlebenschancen für die Businsassen auf dem Bahnübergang. Wer wäre für so eine Maßnahme?


    Hinzu kommt die Schuldfrage bei Unfällen. Wenn das Leben, welches höher gewichtet, am Unfall Schuld ist, darf dann die unschuldige Person geopfert werden?


    Und jetzt kann dazu weiter diskutiert werden:

    Theoderich   ChrisH

    Wobei ich die Frage "Was ist eigentlich Anstrengung?" oder "Nichtstun" extrem spannend finde. Konzentriert vor dem Eisloch sitzen geschieht mit hoher Anspannung und Anstrengung. Unser Gehirn ist ja auch quasi in Daueranstrengung (bei Denkprozessen), selbst im Schlaf. Sogenannte "Freizeitbeschäftigung" ist sehr oft mit Anstrengung verbunden (Spiel und Spaß).

    Wie also genau definieren wir dieses "Nichtstun"?

    Grundsätzlich gibt es ja auch die Überlegung das Dilemma mit dem Zufall aufzulösen, was ich persönlich eher als fair empfände und es der jetzigen Lebenswelt entspricht. Womit wir philosophisch bei der Schicksalsfrage wären und ob der Mensch als Kontrollfreak jemals in der Lage sein wird das Sein an sich zu 100% zu kontrollieren.

    Liebe Fidi  

    ebenfalls wow! Das geht runter wie Öl und genau diese Art von Feedback treibt uns weiter an. Wir sagten ja mal, Bildung ist dann erfolgreich wenn sie Menschen berührt. Das scheint auch hier der Fall zu sein. Was besseres kann man sich mit einem Bildungsauftrag nicht vorstellen.

    Danke für die Anregung/Idee mit dem Logo. Ich werde mich die Tage mal drum kümmern und sie als Pool allen zur Verfügung stellen. Dann kann jeder darauf zugreifen ohne immer danach zu fragen, was uns ja auch entlastet.

    Liebe Grüße nach Kiel!

    Peter Madlener Sehr guter Punkt!

    Nur dachte ich, dass selbst Teile der Philosophie (eben z.B. der radikale Konstruktivismus) und auch die Soziologie (sozialer Konstruktivismus) sich längst den Naturwissenschaften angepasst haben. Denn diese Erkenntnisse rund um Autopoesis, Wahrnehmung etc. pp. stammen alle aus der Naturwissenschaft, also aus der Biologie und Neurologie. Klar kann man das Rad als junger Philosoph jetzt jeweils neu erfinden, aber das wirkt auf mich alles sehr an den Haaren herbeigezogen und so als ob man einfach mal eine harte Gegenposition einnimmt um entsprechende mediale Aufmerksamkeit zu generieren. So wie es im Jahr 2019 immer noch eine Community gibt, die felsenfest nach Außen propagiert, dass die Erde eine Scheibe sei.

    Wenn wenigstens Gabriels Argumente schlüssig wären, würde ich mich ja wirklich drauf einlassen.

    Theoderich Vielen lieben Dank! :*

    Sonntagssoziologe Tja, das hätte ich als Social Media Guy auch nicht gedacht, dass sowas noch funktioniert. Wobei die Zeiten der großen bunten Networks und Channels definitiv auch ihren Zenith überschritten haben. So ein Forum eignet sich für tiefere Diskussionen und zur Organisation von Communities einfach noch am Besten. Eben weil jeder mitmachen und mitgestalten kann. Funktioniert aber auch nur so gut wie die Community drauf ist. Von daher:

    Schön, dass es euch gibt!

    Ich zitiere den alten Paracelsus: "Die Dosis bestimmt das Gift". Ich würde der Smartphone-Nutzung nicht nur eine klare Funktion zuschreiben. Dazu ist die Beziehung zwischen Mensch und Maschine in dieser Angelegenheit viel zu komplex. Natürlich kann man sich der Welt und der eigenen Identität durch Smartphones entziehen, genauso wie man an der Gesellschaft teilhaben kann und durch das Feedback anderer sich selbst wahrnehmen kann.

    Nichtsdestotrotz ist es sehr wichtig über den Gebrauch der Technologie kritisch zu reflektieren. Der Rückzug ins Schweigekloster könnte man schließlich auch als Eskapismus auslegen oder dass man die Konflikte mit anderen und damit die Konfrontation mit sich selbst scheut. Alles eine Frage der Perspektive.

    Was ich sagen will: Smartphonenutzung und die Auseinandersetzung mit sich selbst schließen sich per nicht aus. Genauso wenig wie Meditation ein Garant zur Selbstfindung ist.

    Wie immer ist "Balance" hier für mich entscheidend.