Beiträge von Herr Breitenbach

    Interessant! Wobei ich die Unterscheidung zwischen Fremdbestimmtheit und Selbstbestimmtheit als ziemlich wichtig empfinde. Viele in meiner Familie arbeiten z.B. im Schichtbetrieb, d.h. sie sind absolut fremdbestimmt uns zum Teil leidet Körper und Seele darunter immens (Vor allem der wechselnde Rhythmus). Ich achte mittlerweile sehr viel stärker auf meinen Körper und versuche ihn durch gesündere Nahrung, Bewegung etc. fitter zu halten. Mache ich das um produktiver zu sein? Sicherlich auch, aber ich merke zudem, dass es mir insgesamt wirklich viel besser damit geht (Schmerzfreiheit, Wohlbefinden etc.). Man sollte bei diesem Thema nicht wieder in das "Entweder Oder" fallen. Es unterliegt nicht alles ökonomischen Zwängen, aber eben sehr vieles. Der Mensch an sich ist meines Erachtens ein Arbeitstier oder anders formuliert ein produktives Wesen, dass mit seiner Arbeit Überleben sichern und zugleich aber Persönlichkeit entfalten und Kultur schaffen möchte. Die spannende Frage ist dabei: Für wen, zu welchem Preis und wie fremd- oder selbstbestimmt kann Mensch das tun?

    In diesem Zusammenhang übrigens auch spannend die Diskussion zu welcher Uhrzeit Schule eigentlich Sinn ergibt: https://www.sueddeutsche.de/po…stunde-schlaegt-1.3928028

    Und Michel Foucault hat sehr viel zum Thema Körper, Macht und Disziplinierung geschrieben. Das fand ich immer sehr anschaulich.

    ChrisH Danke für deine Gedanken!

    Ich habe dazu einen interessanten Artikel gefunden: https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=179970


    Kant versuchte Gefühle und Emotionen komplett auszuklammern. Das haben wir in verschiedenen Episoden immer wieder mal aufgegriffen mit der Metapher von Captain Kirk und Mr. Spock. Erst im Team macht das Sinn ;-)

    Und deine Beobachtungen zum Thema Ärzte und Autoritäten sind nachvollziehbar. Allein der symbolische weiße Kittel machen schon viel aus.

    Und man kann natürlich in diesen Tagen vor allem die Politik in die Emotionen einreihen. Der Populismus bedient sich ausschließlich den Gefühlen und den Emotionen und lässt jedwede Vernunft außen vor (auch wenn Populisten das bestreiten würden, weil sie ja im Namen der Vernunft agieren). Also alles ziemlich kompliziert und unser westlicher Kulturkreis ist natürlich prädestiniert dazu all diese Dinge immer sauber trennen zu wollen. Was oftmals eben nicht so einfach funktioniert.

    Ich verstehe Kant so, dass man sich zwar mit der Umwelt in einem reziproken Verhältnis befindet, aber die Instanz, die das Wirklichkeitsbild prägt, schlussendlich das Subjekt selbst ist.


    Ohne Umwelt kein Subjekt, ohne Subjekt keine Umwelt. Ich sehe das komplett zirkulär und kann am Ende gar nicht klar sagen, wer jetzt das letzte Wort hat ;-)

    Vorweg: Ich bin kein Kant Experte, daher weiß ich natürlich auch nicht wie Kant es gemeint hat. Wenn ich aber den Mut aufbringe mich meines eigenen Verstandes zu bedienen, so sehe ich Erziehung als einen dauerhaften, interaktionistischen Vorgang. Der Mensch ist ein soziales Wesen, er ist hochgradig abhängig von anderen Menschen. Der Großteil seiner Lernerfahrungen erfolgt mit und über andere Menschen. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass Kant den Menschen als getrenntes Subjekt betrachtet, dass sich ohne Einwirkung anderer Menschen frei entfalten kann. Im Gegenteil. Ein Mensch kann sich dem Einfluss anderer Menschen kaum entziehen und das ist auch durchaus sinnvoll auf dem Weg zum mündigen Wesen. Denn zur Mündigkeit gehört ja nicht nur die absolute Freiheit des Individuums, sondern auch das Verantortungsbewusstsein für andere Menschen. Individuelles Verhalten soll bei Kant schließlich zur Maxime allen Verhaltens werden.


    Und gerade in der Pädagogik spielt der kategorische Imperativ eine ganz zentrale Rolle. Finde ich.

    Auf die Idee kam ich, da gerade in einem skeptischen Podcast die mangelnde Kommunikation zwischen Gender Studies und Evolutionsbiologie angesprochen wurde.

    Nils Magst du den Podcast vielleicht bei unseren Hör- und Lesetipps vorstellen? Hör- und Lesetipps


    roman   jns via Twitter habe ich folgende Empfehlung erhalten:

    https://historyofphilosophy.net/ Podcast über die Geschichte der Philosophie und zwar weltweit.

    Falls Interesse besteht oder in eine andere Richtung soll es gehen, dann kann ich noch viel mehr Literatur nennen.

    Sehr gerne. :thumbup:


    Dafür würde es sich vielleicht sogar lohnen einen neuen Diskussionsstrang zu öffnen, oder?
    Arbeitstitel "Literatursammlung nicht-westliche Philosophie" oder andere Betitelung?

    roman Würdest du denn ein neues Thema aufmachen oder sollen wir das übernehmen?

    Howdy! Momentan bin ich süchtig nach dem Spiel "Red Dead Redemption 2". Es ist natürlich nicht irgendein Baller-Westernspiel, sondern es verfügt tatsächlich über ordentliche philosophische Tiefe - jedenfalls rede ich mir das ein 8o. Das Hauptthema: Wilde, freie Natur vs. technologische Zivilisierung, Veränderung und wie sie auf Menschen (insbesondere Outlaws) wirken.

    Ein Podcast, der mir mittlerweile ans Herz gewachsen ist, lautet "Pixeldiskurs".
    Stefan Simond und seine MitstreiterInnen befassen sich darin mit der Gamingkultur aus der Perspektive der Medienwissenschaft.

    Und natürlich gibt es dort für mich auch eine Folge zu Red Dead Redemption 2. Es wird darin über Moral und Wertvorstellung der Spielewelt philosophiert. :thumbup: