Beiträge von ChrisH

    Ist Geschichte am Ende vor allem eine Projektionsfläche, durch die wir unsere eigene Kultur und Identität spiegeln?


    Ich bin gerade auf ein sehr interessantes Video von Harald Lesch und Mirko Drotschmann gestoßen, in welchem in 15 Minuten die Geschichte des Menschen hergeleitet wird.

    Was mir sehr aufgefallen ist, ist dass die dortige Version als "die Geschichte des Menschen, bzw. "unsere" Geschichte geschrieben wird. Der Blick ist allerdings vor allem ein sehr sachlicher, ein moralisch verbindender und vor allem ein wissenschafttlicher. Man könnte die Geschichte auch anders schreiben. Zum Beispiel nach der Entwicklung der Kultur - ob und inwiefern es möglich oder realistisch ist, mal ganz ausgenommen.


    Mir fält auf, dass Menschen häufig versuchen die Geschichte hin zu unserer Kultur zu schreiben, indem unsere Gegenwart auf die Geschichte projeziert wird. Zum Beispiel durch das klassische Klischee, dass Männer schon immer stärker als Frauen waren. Frauen waren zu Hause, Männer jagen. Selbst wenn das so wäre, könnte man von diesem Sachstand auch urteilen, dass Männer in einer Sippe entbärlicher sind, als Frauen. Denn Frauen gebären Kinder, damit den Nachwuchs. Jagen wird damit unmöglich, sogar für die gesammte Sippe extrem gefährlich. Geschrieben wird die Geschichte gerne anders herum, obwohl es eigentlich volkommener Quatsch ist, dass Männer schon immer stärker als Frauen waren. Eine Rollenverteilung gab es in der Steinzeit vor allem nach Alter und Fähigkeiten. Ebenso wie sich die Rolle des Mannes in der Geschichte sehr verändert hat und selbst für unsere Zeit alles andere als fest ist.


    Wenn ich es aber konsequent zu ende denke, dann müsste ich wieder bei mir anfangen: Ich habe meine Identität, meine Vorstellung von Männlichkeit und Rollenverteilung, bzw. von der Moral: Spiegelt sich dies dann auch immer darauf, wie ich die Geschichte schreibe? Bzw: Wie lässt sich Geshcichte dann eineindeutig definieren? - Und da wären wir schon wieder beim Thema Projektion. Typisch Informatiker, wollen immer alles eineindeutig. 8o


    Herr Breitenbach Wäre das nicht ein tolles Thema für eine Episode?

    bekado   Herr Breitenbach


    Ihr habt angegeben, dass ihr euch für Frankfurt interessieren würdet. Alle anderen (die hierfür gestimmt haben) sind selbstverständlich auch gemeint. ;) - AntLeaf  


    Gibt es entsprechende Vorschläge für Lokalitäten, oder Wünsche für Themen?


    Ich würde Vorschlagen, dass wir den Termin möglichst weit planen. Denn um auch zu kommen, müsste ich erstmal Urlaub beantragen - sofern wir uns an einem Wochentag treffen würden. Aber auch sonst bedarf es Planung.

    Ich finde es aber wesentlichinteressanter zu fragen warum immer mehr Menschen der Meinung sindDrogen nehmen zu müssen, wenn die Aussage bzgl. der Zunahme stimmt.Dass das extrem ungesund ist weiss jeder. :/

    Kriminalisierung von Drogen ist dumm. Letzten endes erreicht man dadurch nur, dass die Süchtigen noch weiter ins soziale Abseits geraten, um dann erst recht keinen Grund mehr zu sehen, wieso sie aufhören sollten. Wobei diejenigen, die "auf gesunde Weise" illegal konsumieren plötzlich entweder mit dem Süchtigen, oder einem Schwerverbrecher gleichgestellt werden. Der Konsum geht dadurch nicht zurück. Im Gegenteil, dieses untergründige dealen ist die perfekte Keimzelle für Verbrecher, um eine Menge Geld machen zu können.


    In diesem Sinne:
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    Zitat von dasCamera

    Denkt ihr, dass der Existentialismus nur dann in seiner Fülle* zugänglich ist bzw. gelebt werden kann, wenn man zuvor eine Existenzkrise (bspw. eine Depression) erlebt / durchlaufen hat?


    Ist umgekehrt eine Existenzkriese ein Garant dafür, zum Existenzialismus überzulaufen? Ich selbst stecke gerade mittendrin, weshalb ich auch in Therapie bin. Mich würden deine Gedanken dazu sehr interessieren, denn eigentlich hatte ich Satre und co. bisher weitestgehend ignoriert, um mich auf Foucault zu stürzen.


    Wie würdest du denn "Existenzkrise" definieren?

    Es ist eine Tendenz in uns Menschen, die uns dazu bewegt, das zu lesen, was wir mögen, das aber abzulehnen/"kritisch" zu behandeln, was unserem Weltbild erst einmal nicht entspricht. Das sehe ich auch bei mir. Ich lese prinzipiell gerne Bücher, die zu meinem Weltbild passen. Bücher die dem wiedersprechen, lese ich ersteinmal auch gerne, aber ich würde es nicht immer als etwas rein "schönes" bezeichnen. Es braucht den Willen, Energie und Zeit sich mit dem wirklich Auseinanderzusetzten. Genauso auch mit den Gesprächen bei anderen.

    Ich denke wir sollten uns alle vor augen führen, was wir unter "kritisch" denken verstehen wollen. Denn kritisch kann untershciedlich und beliebig oft definiert werden. Für einige ist es die sachliche Auseinandersezung. Für andere die Ablehnung. Aber selbst bei der sachlichen - da brauchen wir uns alle nichts vor machen - sind Emotionen dabei. Positive, wie negative.

    Der Sinn des Lebens ist es nach einem Sinn zu suchen, den wir letztendlich selbst konstruieren, - inkl. des Begriffes Sinns selbst - um dann ohne handfeste Antworten zu sterben. Manchmal glauben wir gerne eine gefunden zu haben, aber letztendlich leider nicht, weil es sie gibt, sondern unser Verstand gerne eine haben möchte. Letztendlich ist und bleibt das Leben aber eine Suche nach Fragen und Begriffen, die unser Verstand selbst erst erfunden hat.

    - Sagte der Zyniker ^^

    Ich halte eine Bewertung von "nichts tun" ohne Kontext für nicht möglich.

    Wir müssen es an dieser Stelle ja nicht bewerten. Nichts tun kann als das stehen was es ist: Nichts zu tun. Wobei aus psychologischer und neurobiologischer Sicht, eine Definition unmöglich wird. Denn nichts tun wir dann nie. Selbst im liegen, oder schlafen sind wir alle aktiv.

    Vielleicht als ein Zustand von dem ein außenstehender Bobachter ( naiver Weise ) darauf schließen kann, dass ein anderer Mensch gerade nichts tut? Das kann man so stehen lassen. Alles andere wäre dann moralische Bewertung.

    Ich zitiere den alten Paracelsus: "Die Dosis bestimmt das Gift".

    Ich denke nicht, dass es sich hierbei um Gift handelt. Die Vergangenheit zeigt uns, dass Menschen sich für ihr Wohlbefinden schon immer Fluchtpunkte geschaffen haben. Ich denke da an das Theater, die Oper, den Schnaps nach einem harten 12 Stunden Arbeitstag. (Bücher auch!) In den letzten Jahren ist dies aber nun auf eine ganz andere Dimension angewachsen, denn die Werkzeuge tragen wir oft genug bis zu 24 / 7 mit uns. Vielfältigste Möglichkeiten, alles verpackt in einem Gerät. Das birgt Verführung und Reiz.

    Ich denke, dass die Bedürfnisse und Sehnsüchte die uns zur Flucht durch Literatur und kunst gebracht haben, nun auch bei SmartPhones greifen. Wodurch aber viel Reflektionsarbeit nötig ist. Sowohl mit sich selbst, als auch gegenüber der Technologie. Optimal eher durch eine sachliche, neugierige Auseinandersetzung - denn ein Zurück zu dieser ( in unserer Gesellschaft verbreitetes Bild ) romantischen Vergangenheit, die vielleicht niemals existiert hat, dass kann auch keiner wollen.

    Hat hier jemand schon davon gehört? gibt es den Versuch wirklich und wenn ja, wie waren die Rahmenbedingungen.

    Ich will hoffen das dies eine Fack news ist.

    Von dem Versuch habe ich auch gehört. Hier ein Artikel der Süddeutschen dazu: https://www.sueddeutsche.de/wi…e-als-nichtstun-1.2029363


    Es stimmt tatsächlich, dass viele mit dem Alleinsein überfordert sind. In sich hineinzuschauen und mit sich alleine zu sein wird für viele Menschen immer schwieriger. Vor allem in Zeiten, in welchen es es wahnsinnig leicht ist, sich immer und überall abzulenken. Ob dies ein modernes Phänomen ist? Ich weis es nicht. Ich denke die Smartphones haben solch ein Verhalten nicht erst verursacht. Vielmehr waren schon vor den Smartphones in uns uns ein Bedürfniss, welches zu diesem Verhalten geführt hat.

    Ich bin in einem Video - welches eigentlich wenig mit Soziologie zu tun hat - auf den Gedanken gestoßen, dass die häufige Nutzung von Smart Phones auch etwas mit einem Fluchtversuch des eigenen Selbst zu tun hat. Das heißt, es geht auch darum vor sich selbst zu fliehen, um - einen eventuellen Schmerz, oder Stress - nicht mehr spüren zu müssen.

    Ich konnte mich in der Idee gut widerfinden. Ich habe erkannt, dass ich besonders dann Musik höre, oder auf dem Smart Phone unterwegs bin, wenn ich gesresst bin, in der Hoffnung den Stress zu lindern. Meistens klappt das nicht. Oder zumindest nur vorrübergehend. Böse, schlechte Gedanken an die Ausbildung, meine Familie, oder einfach nur die laute Geräuschkulisse lassen sich so manchmal sehr gut unterdrücken. Es geht also auch darum, sich selbst nicht spüren zu müssen.

    Dies war auch ein Grund für mich, meinen Facebook Account wieder zu sperren. Eine Flucht vor dem eigenen führt langfristig zu nichts, irgendwann holt es einen ein.


    Ein weiteres Beispiel wären für mich meine regelmäßigen Ausflüge an die Lesum. Im Frühling habe ich das erste mal einen Instagram Account eröffnet, dann aber schnell wieder gelöscht, weil es für mich auch wieder ein guter Fluchtpunkt war, um vor dem Gefühl der Einsamkeit zu fliehen. Letztendlich war ich nicht mehr im Moment, an der Lesum, sondern auf Instagram um diesen Moment mit anderen Menschen zu teilen. Hierbei ging aber viel verloren, wirklich verbundener habe ich mich auch nicht gefühlt. Letztendlich war es nur ein gutes Werkzeug um davor zu flüchten.


    Wie geht es euch da? Ist dies ein Einzelfall, nur auf eine bestimmte Gruppe von Menschen zutreffend, oder ist diese Flucht doch auf gesellschaftlicher Ebene stark verbreitet?


    Zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=QsA6zwaskHs

    Lesch sagt ja auch, dass die Physik ursprünglich aus der Philosophie kommt. Newton soll insofern kein Physiker, sondern Naturphilosoph gewesen sein. Philosophie kann so breit interpretiert werden, wie es Menschen auf dem Planeten gibt - oder sogar darüber hinaus?

    Nein ich meinte, dass ich einen Beitrag oder Kommentar direkt in eine Merkliste setzen kann. Vielleicht sprengt das den Rahmen der Forumsoftware, allerdings erschien es mir sinnvoll. Ein Abodement macht es ja lediglich möglich, neue Beiträge zum Thema zu erfahren.

    Ich erlebe es in diesem noch sehr jungen Forum schon häufiger, dass ich unterwegs auf interessante Beiträge stoße, sie mir aber lieber zu Hause in Ruhe durchlesen würde. So zum Beispiel auch längere Kommentare, oder p

    Podcast Vorschläge. Wäre es dafür nicht sinnvoll, wenn man Beiträge zu einer Merk oder Leseliste hinzufügen könnte, mit der man die Beiträge leicht wiederfindet?

    Meines Erachtens nach sieht sich KenFM eher als Vertreter der sogenannten "Querfront" die sich aus dem großen Topf der Verschwörungstheorien bedient und diesen füttert.

    Das sehe ich genauso. Wobei die "Querfront" politisch vielseitig durchmischt ist. In ihr sehen sich vor allem Menschen aus dem linken, (Wagenknecht und Aufstehen) als auch auf der rechten Seite des politischen Spektrum, als auch Menschen die sich politisch selbst weder links, noch rechts positionieren würden. "Querdenken" scheint ein beliebtes Schlagwort vieler politischer Richtungen zu sein.

    Was würdest du denn vorschlagen? Ich tue mich mit unbegründeten Ausschluss von oben herab erstmal sehr schwer, es sei denn es gibt klare Regelverstöße.

    Ich denke prinzipiell hast du Recht: Einen Regelverstoß gibt es nicht. Unser Ziel ist es einen offenen und kritisches Diskurs zu eröffnen, der über die akademische Elite hinaus geht. Das birgt aber auch Risiken, da es genug Menschen gibt, welche diese Offenheit für sich nutzen könnten, um die Idee des Soziopods zu untergraben.

    Ich habe noch einmal eine Weile über meinen Beitrag nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ein Regelwek bei einer starken Community unnötig, für den Anfang sogar schädlich ist. Ein Adminteam, welches unliebsame Beiträge löscht, während es gleichzeitig für Offenheit Werbung macht: Das kann auch keiner wollen.

    Ich denke Ziel sollte es eher sein, dass die Community für sich Strategien entwickelt, um mit Geschwurbel getarnt hinter der Maske der Logik, umzugehen. Und zwar auf eine Weise, durch die der offene Diskurs nicht untergraben wird. Das ist schwierig, allerdings hier auch genug Soziologie - Begeisterte und Experten, so dass es wohl nicht unlösbar ist.

    Ich würde das Adminteam daher gerne bitten, den Thread zu schließen und einfach so als Denkanstoß stehen zu lassen.


    Letztendlich ist es aber auch eine Frage der Selbstreflektion. Eine starke Community muss auch aus Mitgliedern betsehen, die ihre eigenen Fehler erkennen und anerkennen. So muss ich leider eingestehen, dass ich zu vorschnell und impulsiv gehandelt habe. Ich hätte den Beitrag auch stehen lassen können. Oder ein kurzes Statement direkt unter dem Beitrag abgeben können, in welchem ich meine Kritik äußere. Beides habe ich nicht getan. Stattdessen habe ich riskiert die Büchse der Pandora zu öffnen, um aus einer Fliege einen Elefanten zu machen, wo keiner ist. Das war falsch.