Beiträge von Marco

    Hilft Dir das erst mal weiter?

    Ich bin ja primär schlicht interessiert an den Arbeitsweisen von Soziopod-Machern/-HörerInnen, daher: Ja, Dein Beitrag hilft! Danke!!


    Vielleich an dieser Stelle einige meiner Erfahrungen:


    Ich bin (angehender) Jurist und habe während meines gesamten Studiums hauptsächlich gelernt, indem ich mir mit Microsoft OneNote selbst ein "Lernzettel-System" erstellt habe. Die Erstellung dieses "Systems" war ein mehrstufiger Prozess: Waren es zu Beginn meines Studiums eher (schlechte) Exzerpte von den jeweiligen Lehrbüchern, wurde es im weiteren Verlauf zu einem das Gesamt-Verständnis fördernden Instrument, da ich Neues in eine eigens erstellte Struktur einpflegen musste. Anders als die unter JuristInnen beliebten Karteikarten bot mir mein System überdies die Vorteile, (1) nachträgliche Ergänzungen problemlos zu implementieren (im späteren Verlauf des Studiums bspw. aktuelle Rechtsprechung) und (2) konnte ich mittels internen Verlinkungen (Hyperlinks) den wichtigen Schritt vom "(gepaukten) Einzelwissen" zum (so wichtigen) "Erkennen der größeren Zusammenhänge" gelangen.


    Künftig werde ich weniger (für Klausuren) lernen, sondern mich eher in bestimmten Bereichen vertiefen und auch stärker wissenschaftlich arbeiten. Bisher (nur nebenher) Gelesenes habe ich nur selten exzerpiert bzw. in abrufbarer oder systematischer Form abgelegt, was auf Dauer infolge der Lückenhaftigkeit (m)eines Gedächtnisses nicht praktikabel scheint. (Zumal ich ein großer Freund von Ordnung und Systematik bin...) Daher bin ich (noch) in einem "Findungsprozess".


    Ziemlich begeistert bin ich von dem Luhmann´schen Zettelkasten (siehe: https://www.uni-bielefeld.de/soz/luhmann-archiv/ m.w.N.; *). Das dahinterstehende Prinzip ist m.E. einfach genial, weshalb ich momentan versuche, dieses in das 21. Jahrhundert zu transferieren und es auf meine Bedürfnisse anzupassen.


    Zu Citavi:

    Ich habe es - ohne Schulung i.e.S. - im Rahmen einer Seminarhausarbeit ausprobiert und mich (frustriert) davon abgewandt. Der Aufwand zur Anpassung an meine "Bedürfnisse" (insbesondere was die Zitation betrifft) erschien mir unverhältnismäßig.


    Ich würde mich über weitere spannende Berichte freuen ;-)



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    Hallo zusammen,


    ich versuche es einfach einmal und bin gespannt, wie die Reaktionen so sind bzw. ob es überhaupt welche gibt...


    Mich interessiert es, neben den Inhalten immer auch über die (wissenschaftliche) Arbeitsweise ins Gespräch zu kommen. Ich bin neugierig, wie jemand versteht, wie Gelesenes verarbeitet wird, wie daraus ggf. Publikationen (angefangen von der Hausarbeit bis zur Habilitation) werden.


    Vielleicht ist hier ein Ort auch darüber in einen für alle Seiten nützlichen Erfahrungsaustausch zu gelangen?! Einleitende Fragen wären z.B.: Nutzt ihr Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi? Oder habt ihr einen Zettelkasten „à la Luhmann“? Schreibt ihr handschriftliche Exzerpte oder wird alles direkt digital verarbeitet und abgespeichert? Kurzum: Wie sieht Eure Literatur- bzw. Wissensverwaltung aus?

    Mein Themenwusch wäre eine Episode zu Hannah Arendt.


    Im letzten Jahr ist im dtv-Verlag ein schmales Büchlein erschienen: "Die Freiheit frei zu sein" von Hannah Arendt. Den letzten Satz ihres Essays möchte ich einmal zitieren:

    Zitat

    "Wir können, so befürchte ich, allenfalls darauf hoffen, dass die Freiheit in einem politischen Sinn nicht wieder für Gott weiß wie viele Jahrhunderte von dieser Erde verschwindet."

    Allein darin offenbart sich m.E. bereits eine überaus große Aktualität!


    Darüber hinaus ist mein Kenntnisstand bezüglich Hannah Arendt und insbesondere ihrem philosophischen Hintergrund wohl als eher marginal zu bezeichnen. Und leider schaffe ich es nicht, mich intensiver mit ihrem großen Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" zu befassen; ein Thema, welches (uns? bzw.) mich umtreibt.


    So möchte ich diesen Wunsch ohne tiefgehendere Begründung stehen lassen.


    Abschließend sei nur noch auf das Gespräch mit Günter Gaus hingewiesen*.


    Frohes Neues Jahr!


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