Beiträge von Bokef

    Hey,

    den Artikel mit den Nachwirkungen der NS Zeit habe ich glesen und fand den sehr spannend. Bei genetischen Einschreibungen wäre ich eher vorsichtig, aber die Weitergabe über Erziehung ist jadefinitv nicht abwegig. Ich glaube wenn ich mal Zeit habe schaue ich mal, was es für akademiche Paper zu dem Thema gibt ;)


    Ohne jetzt deinen Fall genau zu kennen würde ich trotzdem dazu was sagen. Du bist ja vor der Wende geboren und ich denke, dass deine Sozialisation dadurch massiv gerpägt wordens ein kann. Wenn auch deine Eltern in diesen für dich frühen Jahren mit ihrer Identität kriselten, dann kann ich mir schon vorstellen, dass sich das direkt auf dich ausgewirkt hat.


    Im Falle deiner Tochter denke ich kann man davon ausgehen, dass da nichts negatives sein dürfte.

    Ich glaube das ist ein komplexes Phänomen. Die Sprache ist mit Sicherheit ein Punkt. Kein normaler Mensch kann die meisten akademischen Paper lesen. Dass die meisten fast nur auf englisch erscheinen, macht es nicht besser. Was ja für die Wissenschaft auch gut und wichtig ist, um den Austausch über Sprachbarrieren hinweg zu schaffen, aber für die meisten Menschen halt zum Problem wird. Und wenn ein Soziologe dann mal ein Buch schreibt, dass auf deutsch erscheint, dann ist es dick und schwer zu lesen.


    Die Kopplung von Systemen finde ich aber auch spannend. Ich denke, dass es v. A. in der Soziologie fast auf der Hand liegt. Bourdieu zum Beispiel wird ja recht breit gelesen, was man darauf gut zurück führen kann. Ich persönlich hab auch den Eindruck, dass die Ausbildung, die man als Soziologe an der Uni erfährt definitiv nicht dazu motiviert seine Blase zu verlassen.


    Mein Eindruck ist auch, dass die Soziologie heute sehr stark beschreibend ist. Wenn die Leute untersuchen, welcher Zusammenhang zwischen Alter und Kaufverhalten besteht, dann fällt mir da wenig ein, was man danach verändern könnte.


    Ich würde in dem Kontext mal den alten Marx bemühen: "Die Waffe der Kritik kann die Kritik der Waffen nicht ersetzen."

    Womit ich jetzt natürlich nicht zu der Bildung soziologischer Paramilitärs aufrufe. Ich möchte damit nur sagen, dass Ansichten, die von Wissenschaftler in kritischer Absicht geäußert werden ja nur eine Wirkung entfalten, wenn eine politische Bewegung sie aufnimmt und versucht in die Praxis zu bringen. Ich glaube daher, dass das auch ein Zeichen schlichter politischer Schwäche ist.

    Hey,

    ich gebe auch einfach mal noch meinen Senf dazu. Ich habe für meine Bachelorarbeit das Programm "Zotero" verwendet und damit gute Erfahrungen gemacht. Vor Allem bei neueren Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften funktioniert das wunderbar. Dort reicht es meistens wenn man diesen im Browser offen hat per Plug-In die Datei direkt in das Programm zu bringen. Sehr praktisch und wenn man mit 30+ Quellen arbeitet verliert man auch schnell den Überblick. Dazu hatte ich einen großen Stapel Blätter mit Notizen zu den Quellen.

    Die Literaturverwaltungsprogramme tun sich am Ende alle nicht viel. Da würde ich mich danach richten, ob s mit den anderen Programmen (Office, Browser) kompatibel ist. Obwohl man mit Mendeley auch eine Cloud hat, wo die zusammen getragen Literatur gespeichert wird.


    "Privat" nutze ich sowas aber gar nicht. Ich finde es aber schon sinnvoll ein paar zentrale Gedanken aus Büchern etc. sich rauszuschreiben. Oft versteht man es dann noch besser. Ein Buch zu besitzen ist aber auch schon viel Wert. Wenn man dann noch mal drinne blättert erinnert man sich in der Regel, was zentral wichtig war.


    Die Idee von einem solchen digitalen Zettelkasten fasziniert mich aber auch irgendwie ;)

    Hey zusammen,


    ich versuche hier mal auf ein paar Punkte einzugehen, die ich hier gelesen hab.


    Für eine Finanzierung müsstest du so viel Geld umverteilen, dass man da auch gleich wieder zum großen Klassenkampf blasen kann. Das werden die Reichen und Wohlhabenden nämlich wohl kaum wollen. Deshalb müsste man es auch mit Zwang durchsetzen und könnte nicht auf Freiwilligkeit bauen.


    Die Höhe des BGE wäre auf jeden Fall niedrig. Viel mehr als das Existenzminimum wird da nicht rum kommen. Wollen wir es dann wirklich, dass die Leute de facto dafür bezahlt werden zuhause rum zu sitzen und keinen Ärger zu machen?


    Ich denke auch nicht, dass die Vereinfachung der Sozialleistungen wirklich wünschenswert ist. Wenn ich aus meinem Job ausscheide und dann (zumindest temporär) noch einen Prozentsatz meines damaligen Einkommens bekomme, dann kann man evlt. noch recht gut über die Runden kommen bis man einen neuen gefunden hat. Fällt man hingegen direkt nur noch auf das BGE Niveau herab, dann kann man wahrscheinlich die aktuelle Wohnung aufgeben und sich "unnötige" Ausgaben, wie soziale Teilhabe in die Haare schmieren.


    Oft wird ja auch darüber argumentiert, dass Digitalisierung und Automatisierung so viele Arbietsplätze vernichten werden, dass die "Überflüssigen" unabhängig von ihrer Arbeit versorgt werden müssen. Das halte ich für falsch. Wäre es da nicht viel sinnvoller dafür zu kämpfen, dass der Fortschritt in der Produktivität in eine Arbietszeitverkürzung fliesst?


    Was haltet ihr von dem Vorschlag? Der Staat stellt jedem Menschen ein bedingungsloses Existensminimum, wenn dieser nicht für sich selber sorgen kann und die Kommunen müssen Menschen, die arbeiten wollen, aber nicht können einen Arbeitsplatz mindestens auf MIndestlohnniveau anbieten. Dazu steckt man Geld in kostenlose staatliche Leistungen, wie Infratsruktur (zB kostenloser ÖPNV) oder auch Möglichkeiten sozialer Teilhabe (kostenlose MItgleidschaft in einer Bibliothek) und so weiter.

    Hallo dada87,


    Ich bin kein Freund vom BGE, obwohl ich fast jedes Wort unterschreiben kann, dass du geschrieben hast. Ich habe auch lange mit der Idee eines BGE sympathisiert. Vllt. verstehst du warum ich kein Freund mehr davon bin:


    1. Vermittelbarkeit

    Es ist den Menschen, die arbeiten, um an ihr Geld zu kommen wirklich schwer zu vermitteln, warum andere Leute das Geld einfach so bekommen sollten. Man kann das irgendwie engstirnig oder so finden, aber es ist nunmal so. Deshalb würde ich ein anderes Konzept vorschlagen, dass besser Mehrheiten kriegen kann.


    2. Finanzierung

    Das BGE wäre absurd teuer und quasi nur zu haben, wenn alle anderen Sozialleistungen gestrichen werden. Ich weiß wirklich nicht, ob das den großen Vorteil bringen würde.


    3. Höhe

    Das BGE wär auf jeden Fall zu niedrig. Man könnte davon überleben, aber auch nicht mehr. Deshalb würde ich mir davon niemals den großen Wurf erwarten.


    4. "Working Poor"

    Du beschreibst hier den Fall solcher Menschen, die hart arbeiten und trotzdem so wenig verdienen, dass es vorne und hinten nicht reicht. Das ist ein großes Problem klar, aber kein Argument für ein BGE. Da wär man nämlich eigentlich in der klassischen Situation, der sich die Arbeiterbewegung angenommen hat. Also kurz gesagt: Wir brauchen da höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, dann erledigt sich auch das Bedürfnis nach einem BGE. Klassische Gewerkschaftsarbeit braucht dieser Bereich.


    Ich würde deshalb als Vorschlag einbringen, dass der Staat lieber massiv in Infrstruktur investieren sollte. Es wäre billiger und leichter zu vermitteln, wenn alle den ÖPNV gratis nutzen können, als ein BGE. Auch kostenlose Stadtbüchereien wären denkbar. Auch wenn du all solche öffentlichen Dienstleistungen mit in die Rechnung nimmst wirst du bei weniger Ausgaben raus kommen, als bei einem BGE. Zusätzlich würde das glaub ich das soziale Miteinander wirklich verändern.


    Ach ja und Kelber hat Recht. Unter Anderem wird im kommunistischen Manifest der Arbeitszwang für Alle gefordert. Aber in einem Punkt hast du auf jeden Fall recht: Wer Armut bekämpfen will, darf das nicht gegen die Armen machen, sondern muss an den Reichtum ran.