Soziopod #013: Jugend – Pubertät – Shitstorm in der Familie?!

In der neuen Ausgabe des anstrengendsten Podcasts Deutschlands sprechen Herr Breitenbach und Doktor Köbel über “Die Jugend und die Pubertät”. Was sind die Phasen der Kindheitsentwicklung? Was macht Pubertät aus, wozu ist sie da? Wie können Eltern und Lehrer damit umgehen?

Links zur Sendung (werden noch ergänzt)

Intro: Die Toten Hosen / Gerhard Polt: Pubertät (Willi)

Erik H. Erikson und sein Stufenmodell

Bayern2 Tagesgespräch mit Allan Guggenbühl zu Pubertät

Allan Guggenbühl: Pubertät – Ächt ätzend: Gelassen durch die schwierigen Jahre

Micha Brumlik (Herausgeber) u.a.: Das Elternbuch

Outro: Die Toten Hosen / Gerhard Polt: Fungizide (Willi)

21 Comments

  1. Pingback: Hörenswert: Jugend im Soziopod | Wespennest

  2. alles klar, netter snack als überbrückung der wartezeit zum popper-podcast 😉

  3. Bis zu dieser Folge habe ich mir Eure Soziopods mit einigem Genuss und Gewinn angehört. Vielen Dank dafür &

    mögen noch viele folgen!

    Aaaaaaaaaaber, bei dieser Folge schwoll mir doch ein wenig der Hals. Bitte:

    Verwechselt nicht einmaliges An-die-Schule-gehen-ein-Konzept-ausprobieren-das-dann-auch-irgendwie-geklappt-hat

    mit kontinuierlichem, langfristig auch Ertrag bringenden Unterricht.

    Daran krankt z.B. nicht zuletzt auch die Referendarausbildung,

    die die Inszenierung einzelner Showstunden über "nachhaltiges" Lernen stellt.

    Natürlich ist Schüleraktivierung wichtig, aber nicht alles &

    selbst in der Mittelstufe: Lehrerzentrierter Unterricht mit Oldschool-Tafelbildern

    wird meiner Beobachtung nach von Schülern nicht weniger akzeptiert, respektiert und

    genutzt als offenere Unterrichtsformen. Beides hat seine Berechtigung,

    keins ist ein Allheilmittel; aber, bitte, wenn das deutsche Schulsystem v.a. an

    einem krankt, dann unter einer Mangel an Konstanz und am Reformwahn von tendenziell inkompetenten, wirtschaftliche

    Interessen mit Bildungsaufgaben verwechselnden Politikern (G8, Oberstufe…)

    Und vor allem: Herr v.H. war nicht nur einer der nervigsten Besserwisser ever. Sondern

    seit dem Odenwaldschulskandal vollends demaskiert, bloßgestellt und – wie ahnungslos müsst Ihr hier sein?! –

    nicht zitierfähig – schon aus Respekt vor den Opfern!

    Grüße, Earl G.(Lehrer)

  4. Patrick Breitenbach Reply

    Danke für diese Meinung. Ich glaube hier gilt dann wohl: "Let's agree to differ."

    Denn der Kommentar erweckt bei mir den Anschein, als seien alle reformpädagogische Vorhaben für dich blanker Unfug und "ein wenig rumprobieren", während die etablierte Unterrichtsform die ultimative Lösung sei. (Was wir übrigens bezüglich der vorgegebenen engen Struktur, also Lehrplan, Benotung etc. gar nicht unbedingt abstreiten würden). Das sehe ich einfach völlig anders, ganz ohne emotionales Halsschwellen. Ich kann aber verstehen, wenn so mancher Lehrer derzeit unter enormen Druck steht, da ist jeder Reformversuch, jede Mäkelei natürlich ein weiterer Tropfen für das eh schon volle Fass.

    Zum Herr von Hentig: Seine angebliche Ahnungslosigkeit bei den Missbrauchsvorfällen an der Odenwaldschule ist in der Tat unerträglich. Trotzdem würde ich gerne Theorie und Person zu trennen wissen. Maria Montessori war anscheinend auch eine grauenhafte Mutter, aber deshalb sind ihre reformpädagogischen Ideen nicht gleich völliger Schwachsinn. Ich distanziere mich also vom konkreten Verhalten des Herrn von Hentig, aber Teile seiner reformpädagogischen Ideen werde ich sicherlich nicht mit einem Denkverbot behängen.

  5. Ilka Breitenbach Reply

    Lieber Early Grey,

    Ich kann durchaus einige Ihrer Kritikpunkte nachvollziehen und glaube, daß Sie mit Ihren Anmerkungen zu unterschiedlichen Unterrichtsformen oder dem Problem von wirtschaftlich motivierten Reformen im Schulsystem doch gar nicht weit entfernt waren von den Ausführungen der "Soziopodler".

    Bei zwei Punkten, würde ich Ihnen jedoch gerne widersprechen:

    1. "Natürlich ist Schüleraktivierung wichtig, aber nicht alles"

    Nun ja- je nachdem wie man "Aktivierung" definiert. Unterricht zu machen, bei dem die Schüler überhaupt nicht aktiviert werden- also vollkommen passiv sind und nur der Lehrer aktiv wird, ist wohl der Unterricht, der am wenigsten nachhaltig zu lern- und Bildungserfahrungen führt.

    Aktiv zu sein muß ja deshalb nicht bedeuten, daß die Schüler den ganzen Tag herumrennen, aber wenn ich mir vorstellen, wie viel ich behalten kann an Inhalten, die ich nur rein passiv konsumiert habe (im vergleich zu Inhalten die ich mitgestaltet habe), dann ist der Ertrag doch eher mager.

    2. Ja, vielleicht wäre ein kurzer Erklärungssatz zu Hartmut von Hentig hilfreich gewesen.

    Allerdings kann natürlich ein persönliches Versagen an einer Stelle nicht zwingend zur Folge haben, daß bestimmte Ideen, die sich (unabhängig von persönlichem Verhalten oder Gebaren) bewährt haben, nie wieder eingebracht werden können.

    Wie bereits erwähnt hat man dies auch Maria Montessori oftmals vorgeworfen, ebenso wie Rousseau.

    Auch Bruno Bettelheim wäre demnach nicht mehr zitierfähig oder das Konzept der Jenaplan Schule nicht mehr umsetzbar, ob der rassistischen Ansichten Peter Petersens (die Reihe ist natürlich beliebig fortzusetzen mit Wissenschaftlern aller Fachbereiche, deren Ideen weiterwirken, auch wenn ihre Verfehlungen auf anderen Gebieten natürlich zu verurteilen sind.

    Liebe Grüße

    Ilka Breitenbach

  6. Korrektur! (bin ja wie gesagt Lehrer 🙂 )

    1. Ich schrieb nicht, dass Reformpädagogik blanker Unfug sei. Es ist durchaus wichtig, eben nicht in "der" etablierten Unterrichtsform hängenzubleiben (die es übrigens SO festgefahren wohl kaum noch gibt), sondern diese methodisch zu ergänzen. Wie ich schrieb: Hat seine Berechtigung, ist aber kein Allheilmittel.

    2. Lehrplan und Benotung: Das ist ein Thema für sich. Ich würde eigentlich abstreiten, dass diese mich (oder die Schüler) unter einen "enormen Druck" setzen würden. Vielmehr ist der Lehrplan, ich spreche da für

    Schleswig-Holstein, ein einziger Quell der Verwirrung und Unverbindlichkeit. Sodass ich z.B. in meinen drei Fächern mehr oder weniger einem eigenen Lehrplan folge, der natürlich +/- den vagen Vorgaben

    aus Kiel entsprechen und mit den Kollegen abgestimmt sein muss; problematisch wird es nur für die Schüler, die umziehen oder gar das Bundesland wechseln.

    Während es im Konkreten also an Hilfestellung mangelt, wird hingegen an den großen Stellschrauben gedreht, dass es nur so eine Freude(?) ist: Prüfungsordnungen, Kurssysteme, Wahlmöglichkeiten oder Wahleinschränkungen, Kontingentstundentafel, Verteilung der Unterrichtszeit in der Woche – die einzige Konstanz ist der Wechsel, die konzeptuelle Planlosigkeit oder verplante Konzeptlosigkeit und ein ständiges Neuerfinden des Rades, statt dieses mal zu verbessern (und natürlich gibt es Verbesserungsmöglichkeiten).

    Das, was hier in den letzten Jahren im Takt der Landtagswahlen an Reformen (oft genug in Wirklichkeit Sparmaßnahmen) ausprobiert wurde & wird, führte jedenfalls nur zu Verunsicherungen und Vertrauensverlusten bei Schülern, Eltern und auch bei Lehrern.

    3. Was das Halsschwellen angeht: Gefühle gehören zum Lehrerdasein dazu. Achja…

    4. …auch zum Vatersein: Meine beiden Söhne werden zunehmend auch am Nachmittag in der Schule kaserniert. Ganztagsschule, wie prima,

    wie sozial, wie chancengleichheitsfördernd. Nur, dass die beiden viel lieber nachmittags woanders, z.B. zuhause bei ihren Nachbarsfreunden etc. wären…

    Dabei gehen die beiden eigentlich (noch) ganz gerne zur Schule… genauso wie ich (und ich unterstelle mal: bei Euch war das nicht anders), damals ganz froh war, dass dann irgendwann am frühen Nachmittag auch mal Schluss war. Aber zu Kindheit gehört m.E. mehr, als nur in der Schule organisiert bespaßt zu werden.

    Um dem Vorwurf schon mal zu entgegnen, mir ginge es um meine Arbeitszeiten: Nee, echt nicht, danke.

    5. Die Trennung zwischen Theorie und Person bekomme ich bei Herrn v.H. nicht hin. Dass bekomme ich schon bei Günter Grass nicht hin… "es gibt kein richtiges Leben im falschen", war das nicht Adorno?

    Okay, vielleicht habe das miss-/überinterpretiert…, widerlegt mich!

  7. -> Ilka Breitenbach:

    Punkt 1: Okay einverstanden. Vielleicht könnten wir uns darauf einigen, dass im Wechsel (zwischen notwendigem Zuhören und natürlich wünschenswertem Sichbeteiligenkönnen der Schüler) die Würze liegen könnte.

    Punkt 2: "Nicht zitierfähig" war vielleicht ein moralinsaure Übertreibung meinerseits, aber eben ohne relativierenden Hinweis ist doch so eine Aussage wie (aus aus dem Gedächtnis zitiert): "Einer der großen Pädagogen Deutschlands" doch nur schwer erträglich.

  8. Ilka Breitenbach Reply

    ja, da kann ich bei Punkt 1. sicher zustimmen und zu Punkt 2:

    Ich habe mich eben nochmal "durchgezappt" und Nils sagt zu Hartmut von Hentig "ein ganz bekannter Pädagoge" und über seine zitierte Idee "sehr interessant".

    Aber ja- eine kurze Anmerkung wäre sicher hilfreich gewesen!

    Schönen Sonntag noch

  9. ebenfalls schönen Sonntag noch.

    mfG, E.Grey

    Anmerkung: Liegt das an meinem Rechner? Euer Editor mackt herum; sobald ich mit der Maus den Cursor zurückversetze, verschwindet die Cursoranzeige.

  10. Mal was ganz anderes:

    Mein Podcatcher (gPodder) lädt statt dieser Folge die erste in den Shownotes verlinkte mp3-Datei herunter, sprich ich bekomme hier das BR2 Tagesgespräch. In Folge 12 war das auch schon so, da bekam ich die SR2-Fragen-an-den-Autor-Folge runtergeladen. Hat das Problem noch jemand?

  11. Zu Beginn sagt Ihr einerseits, Jugend gäbe es erst seit kürzlich und später zitiert Ihr die 3000 Jahre alte babylonische Tonttafel, die dann doch schon von einer Jugend spricht, wenn auch von einer verdorbenen. Aristoteles beklagt sich in ähnlicher Weise über die Jugend. Bitte seht das nicht als Kritik, es dient wirklich nur dazu, euch zu ärgern.

  12. Nils Köbel Reply

    Vielleicht kann man besser sagen: Es gab schon immer junge Menschen (über die man sich schon immer ärgern konnte), aber das soziokulturelle Konstrukt 'Jugend' als eigenständige Lebensphase ist erst in der Moderne entstanden.

  13. Im Bezug auf Scheidungsraten würde ich einfach mal die Gegenthese in den Raum werfen: Anstatt den normativen Individualismus als Argument anzubringen würde ich gerne die Vermutung anbringen, dass sich eine normative "Entkriminalisierung" von Scheidungen auf das Verhalten der Menschen ausgewirkt hat.

    So gab es noch vor wenigen Jahrzehnten gewichtige normative Gründe, von einer Scheidung abzusehen – von steuerlich-juristischen Bereichen bis hin zur gesellschaftlichen Ächtung von Frauen die sich wagen, ihrem Mann den Rücken zu kehren.

    Auch dies hat natülich individualistische Einflüsse wie die Möglichkeit eigene Lebensentwürfe immer wieder in Frage zu stellen und zu ändern, zielt aber meiner Ansicht nach eben weniger auf einen generellen Individualisierungstrend in unserer Gesellschaft als vielmehr eine normative und somit gesellschaftliche Änderung der Sichtweise auf das System Familie. Zuspitzend könnte man sagen: Während die Familie einst als vor Gott geschlossenes Versprechen heilig war, handelt es sich dabei für viele Menschen heute um ein vor "dem Staat" abgegebenes Versprechen, für einander einzustehen, welches jedoch trotz der Einbindung des Versprechens "bis zum Tod" für einander zu sorgen (wie in mir bekannten Ehegelöbnissen) doch auf gesellschaftlicher Ebene eher als Absichtserklärung zu verstehen ist, die im Laufe des weiteren Lebensverlaufs auch wieder aufgekündigt werden kann.

  14. Von welchem DTH Album war das Intro und Outro?
     
    Habe ich als Kind/Jungendlicher bis zum geht nicht mehr gehört. Aber jetzt weiß ich nicht mal mehr welches Album das war.

  15. @breitenbach Auf dem Kreuzzug ins Glück! Danke!
    Geiles Album war das!
     
    Ich bin zwar wahrlich nicht immer eurer Meinung, aber wenigstens habt Ihr einen guten Musikgeschmack.
     
    xD

  16. Pingback: Soziopod #028: Rechtsextremismus – ganz rechts draußen « SozioPod

  17. Pingback: Soziopod #029: Erziehung – We don’t need no education?! « SozioPod

Leave A Reply

Navigate